Fluechtlingsbetreuung/Containertagebuch

      Auch bei uns wurden einige staatliche Aufnahmeeinrichtungen
      geschlossen. Der Migratenstrom ist so weit versiegt, daß für
      Ost-Thüringen eine zentrale Aufnahmestelle in Gera ausreicht.
      Doch irgendwie traue ich dem Frieden nicht, Denn die Ursachen
      für den Flüchtlingsstrom haben sich nicht verbessert. Auch wenn
      auf dem Papier die Bundesregierung viele Ausgangsgebiete
      plötzlich als "sicher" erklärt. :kopfkratz:
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.
      Integration der Migranten ist keine Einbahnstraße in Richtung eines
      Erfolges. Wie auch immer sich die deutsche Gesellschaft bemüht,
      mit Querulanten ist immer zu rechen. Gerade jetzt stehen wir wieder
      vor einem Wendepunkt in der Integrationspolitik, mit dem keiner
      gerechnet hätte. Naja ...außer die Pegida natürlich. :zwinker2:
      Stichworte: Bundestag, Armenien-Resolution, Reaktion Erdogans,
      Duisburger Integrationsbeirat
      Nun stellt sich heraus, daß selbst die türkischen Migranten der 3. Generation
      nichts weiter sind als die 5. Kolonne im Auftrag Erdogans (einer großtürkischen
      nationalistischen Politik, der Demokratie fremd ist). Bei genügend Anzahl und
      Macht könnten sie die Grundfesten der bundesdeutschen Demokratie erschüttern.
      Und mit den vielen moslemischen Zuwanderern bekommen sie eine potentielle
      Verstärkung. Das kann was werden.....
      focus.de/politik/deutschland/b…armeniern_id_5611758.html
      Besonders deutlich werden die Autoren des Resolutionstexts gegenüber den türkischstämmigen
      Abgeordneten. Dem Grünen-Politiker Cem Özdemir wird „Hass auf die türkische Regierung“ und „Nähe
      zur terroristischen PKK“ vorgeworfen. Auch anderen türkischstämmigen Abgeordneten werde der
      „Verrat an unserem gemeinsamen Herkunftsland“ nicht vergessen, drohten die Autoren.


      PS: Und nun mal zum Kern des Ganzen. Die Resolution des Bundestages ist eigentlich nichts
      weiter als ein Denksanstoß an die türkische Gesellschaft. "Geht mit den Minderheiten in Eurem
      Land besser um als in der verflossenen Geschichte!" Denn die Armenier waren und sind eine
      christliche Minderheit in der Türkei/ damals Osmanisches Reich. Die Geschichte der Unfahigkeit
      des respektvollem Umgangs mit Minderheiten wiederholt sich gerade. Erdogan weis das. Sonst
      würde er nicht so repressiv reagieren. Also keine Hoffnung mehr für die Türkei als Bestandteil des
      demokratischen Europa.
      Im übrigen stimme ich mit vielen anderen überein:
      Lammert GO! for "Bundespräsident"
      focus.de/politik/videos/bundes…aut-sehen_id_5611239.html
      Wer sich nun der Person Prof. Dr. Norbert Lammert etwas annähern möchte dem empfehle ich
      den unten indirekt verlinkten Audio-Mitschnitt eines umfangreichen Interviews.
      In der erscheinenden Startseite den Beitrag Nov/2015 auswählen und lauschen.
      leipziger-gespraeche.de/impressionen.html
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von „COOLmann“ ()

      Erdogan ist ein Massenmörder, dessen einzig angemessener Platz in Europa, wenn er denn hierher will, das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist. Ausserdem eine emotional-instabile Persönlichkeit, der in seinen Ausrastern demnächst vielleicht aus Versehen etwas richtig macht, nämlich das Schandabkommen Flüchtlinge betreffend zwischen EU und Türkei zu kippen.

      Ansonsten tickt er nicht mehr ganz richtig:
      Ohne ihn beim Namen zu nennen, nahm er besonders Cem Özdemir ins Visier. Dieser sei “kein Türke”. Man müsse das Blut der türkischstämmigen Parlamentarier ins Labor schicken.

      zaman.at/turkei/ab-ins-labor-e…nd-co-untersuchen-lassen/

      Der türkischstämmige Kabarettist Bülent Ceylan hat darauf die richtige Antwort gefunden:
      Erdogan wollte Blutprobe!
      Hab ich gemacht!
      Ergebnis: Monnemer!

      (Das nächste Mal aber bitte wieder die kleine Nadel.
      Büli autschi...)

      facebook.com/ceylan.buelent/ph…128101146/?type=3&theater

      PS
      Lammert als Präsi wär nicht schlecht.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Es ist noch immer nicht klar, wie die Unterstützung der unzweifelhaft vorhandenen Geflüchteten am Hauptbahnhof (siehe z.B. das Lampedusa-Zelt, Text weite runten) weiter geht. Einerseits gibt es Büroräume, in denen ein medizinisch-therapeutisches Zentrum für Geflüchtete und Folteropfer geplant ist, da könnte ich auch wieder einsteigen; allein die Verhandlungen mit den verschiedenen Trägern dauern an. Parallel dazu sucht die Bieberhausgruppe, die bei Facebook vernetzt ist, Räume für ein Wellcome-Center d.h. ein Begegnungszentrum für Geflüchtete, Unterstützer und Menschen aus dem Stadtteil, ebenfalls in Hauptbahnhofnähe.

      Und es ist mir wichtig mitzuteilen, dass die Solidaritätsarbeit weiter geht unter Beteiligung ganz vieler Aktivisten, in Hamburg, in Griechenland, in Italien - was kaum jemand hier mitbekommt, ist die z.B. die Tatsache, dass am Mailänder Hauptbahnhof täglich Hunderte Geflüchteter ankommen und auch wieder weiter reisen, wohin ist vollkommen unklar. Die Zustände ähneln denen am Hamburger Hauptbahnhof letzten Herbst, wie man in diesem Video selbst dann erkennt, wenn man den Text nicht versteht:
      video.corriere.it/migranti-mil…90-11e5-aa3a-b3683df52e95

      Oder dass die mit einem kleinen alten Fischkutter gestartete Rettungsmission Seawatch inzwischen auch mit einem Leichtflugzeug nach schiffbrüchigen Flüchtlingen sucht:
      ndr.de/nachrichten/fluechtling…der-Luft,seawatch494.html
      Will sagen, dass auch in Zeiten von Brexit und Fußball-EM die Menschen, die zu uns kommen wollen nicht einfach weg sind, weil weniger über sie weniger berichtet wird. Und dass es jede Menge aktive Unterstützerinnen und Unterstützer gibt, aber es durchaus noch mehr sein können.

      Zwischendurch bekomme ich bei einer Ärztefortbildung eine Tasche voller chirurgischer Instrumente mit der Bitte um Weiterleitung z.B an die in Griechenland aktiven Kollegen, was ich gern mache, schliesslich gibt's bei Hanseatic Help ein Riesenlager dafür. Grad letzte Woche ist wieder ein Hilfsmitteltransport von Hamburg nach Nordgriechenland abgefahren, ein größerer Teil der transportierten Ausrüstung kam als Spende von der runderneuerten "Queen Mary".

      Wer wissen will, was bisher war, im Container seit letztem Herbst, und zuletzt im Bieberhaus, klicke wie üblich bei cjmedia.de/Hoftuer.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      In Griechenland sind derweil die Camps direkt an der Grenze geräumt und die Menschen in Militärcamps verfrachtet worden, die Verhältnisse sind dort noch schlechter als in Idomeni:
      Es ist erstaunlich, was all die wunderbaren Freiwilligen tun, um die Not der vom Krieg zerissenen Menschen zu lindern. Am 24.05. wurde das Camp nun geräumt und die Menschen wurden mit Bussen auf verschiedene Militärcamps rund um Thessanoliki und ganz Griechenland verteilt. Die Zustände in den Militärcamps sind wesentlich schlimmer als es in Idomeni der Fall war. Derzeit bereiten wir noch unsere Essensrationen in Polycastro zu und liefern sie dann in die diversen Camps. Da dies aber kein Dauerzustand ist, da wir täglich mehrere Hundert Kilometer weit fahren müssen wird die Küche bald nach Thessanoliki umziehen.

      Die Verteilung gestaltet sich jetzt weitaus schwieriger als es in Idomeni war, da wir nicht in jedes Camp hineingelassen werden und sich in unserem Radius 18 Camps befinden. Jedes davon gilt es einzeln anzufahren, provisorische Ausgabestände aufzubauen, sowie etwas Ordnung in die Ausgabe zu bringen und schließlich das Essen zu verteilen. Den Menschen geht es sehr schlecht, weil sie nun der letzten Hoffnung beraubt und teilweise auseinandergerissen wurden und in verschiedene Camps verbracht wurden. Auch die Freiwilligen Ärzte haben es nun wesentlich schwerer, die Hilfesuchenden zu finden und zu behandeln. Was wiederum bedeutet, dass die Leute Wunden haben, die nicht vernünftig gereinigt werden und sich entzünden, was wiederum zu katastrophalen Zuständen der Menschen führt. Viele gehen in diesem Stress der Volunteers einfach unter, weil die Zeit fehlt, sich um Einzelfälle zu kümmern oder einfach mal einen Tee zusammen zu trinken und zu plaudern. Gerade diese Teezeiten brachten oft wichtige Infiormationen, wo gerade dringend Hilfe benötigt wird.

      Doch das alles hält uns nicht davon ab, weiterhin alles zu geben, um möglichst allen einmal am Tag ein warmes Essen zu bringen. Stätig passen wir unsere Verteilstrategien den Umständen an und optimieren so gut es geht den Ablauf. Allerdings sind dadurch die Kosten für unsere Arbeit enorm gestiegen, da wir wesentlich mehr Sprit, Volunteere, Fahrzeuge sowie Nahrungsmittel benötigen als vorher. Immer wieder trifft man auf größere Gruppen die ziellos durch die Gegend wandern, weil sie Angst vor den Militärcamps haben. Auch diese Gruppen werden dann noch schnell nebenher versorgt. Helft uns weiterhin mit euren Spenden all dies zu realisieren. Zusammen sind wir stark und können der menschenverachtenden Politik Europas etwas entgegen stellen und den Menschen in Not die Hilfe zukommen lassen, die sie verdient haben.

      facebook.com/Hotfoodidomeni/?fref=ts (Verfasser: Oliver Piehl)
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Es geht nicht vorwärts. Ausser dass immer mehr Menschen im Mittelmeer ertrinken, trotz Seawatch und anderer Rettungsmissionen. Wenn man sich Berichte wie den folgenden anhört (Video im Link anklicken) und dann immer noch die Forderung nach sicherer Einreise für Flüchtende ablehnt, sollte man sich ehrlicherweise selbst wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit anzeigen:
      sea-watch.org/sea-watch-2-%c2%…r-ueber-die-letzten-tage/
      By the way, weil jetzt alle vom Terror sprechen:
      Riaz Khan Ahmadzai, der Attentäter von Würzburg, war ein einsamer junger Mann - ein rechtzeitiger Nachzug seiner Familie hätte ihn womöglich psychisch so weit stabilisiert, dass er erst gar nicht auf die Idee gekommen wäre, mit einer Axt in den Zug zu steigen. Und Mohamed Daleel zündete seine Rucksackbombe in Ansbach zwei Wochen nach dem Abschiebebescheid der Ausländerbehörde.
      Ich will hier niemanden exkulpieren, natürlich ist jeder Täter für seine Tat verantwortlich, aber mit mehr menschlichem Verhalten seitens der Behördenmitarbeiter/innen hätten dieses Bluttaten vermieden werden können, bzw. würden ähnliche in Zukunft vermieden. Stattdessen geifern sich christlich nennende Politiker nach noch mehr Abschiebung und Abschottung, giessen damit Öl ins Feuer und wundern sich dann wenn's brennt.

      Natürlich sind jede Menge Geflüchtete in Hamburg, mit Registrierung und ohne. Erstere werden in Hamburg leidlich über die medizinischen Dienste der Erstaufnahmeeinrichtungen versorgt, die Bewohner der Folgeeinrichtungen (oft Containerdörfer) haben Versicherungskarten und "dürfen" sich ihre Häusärzte selber suchen. Spätestens wenn fachärztliche Behandlung nötig ist, wird's kompliziert. Denn anders als bei "Normalpatienten" darf die ärztliche Behandlung nur Schmerzen und lebensgefährliche Zustände lindern bzw. beseitigen. Wobei posttraumatiche Belastungsreaktionen zwar als letztere gelten, aber die Behandlungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt sind, da viel zu wenige vorhanden. Das von Segemi e.V. zu betreuende medizinisch-therapeutische Zentrum für Geflüchtete und Folteropfer, das in Hauptbahnhof-Nähe angesiedelt werden soll (und in dem ich gern mitarbeiten möchte) konnte seine Arbeit vor Ort immer noch nicht aufnehmen, wegen weiterhin laufender Verhandlungen.

      Die Schwierigkeiten von Geflüchteten, selbst bei vorhandener Krankenversicherung, bekomme ich immer wieder hautnah mit. So brachte eine Helferin auf dem wöchentlichen "Bieberhaus-Stammtisch", auf dem sich die ehemaligen Helfer/innen treffen, einen jungen Afghanen mit, der wegen einer kürzlich erfolgten Abszess-Operation einen regelmäßigen Verbandwechsel gebraucht hätte. Das Krankenhaus, in dem er operiert wurde, hatte ihn abgewiesen, weil seine Überweisung nur für eine einmalige Behandlung galt - es hätte "täglicher Verbandswechsel" auf dem Papier stehen müssen ! Eine solche Unterscheidung gibt es für "Normalpatienten" nicht.
      Jetzt kann ich in einer Shisha-Bar keine Op-Wunden verbinden, selbst wenn ich das entsprechende Material dabei gehabt hätte. Die Helferin wollte den Schmerzgeplagten auch anderntags zu ihrer Hausärztin bringen, damit die die "richtige" Überweisung schreibt. Blieb noch das Schmerzmittel - rezeptfreie Medikamente hätten da nicht viel gebracht. Ich also mit dem Mann zur Hauptbahnhof-Apotheke und ein gescheites Schmerzmittel gekauft - zu allem Überfluß hatte ich meinen Arztausweis vergessen, aber die nette Nachtschicht-Apothekerin kannte mich von meinen früheren Einsätzen und verzichtete auf das Dokument.
      Auch werden Bundesländergrenzen zu für Geflüchtete unüberwindbaren Hindernissen. So darf ein Norderstedter Kinderarzt keine Hamburger Flüchtlingskinder behandeln, selbst wenn der Weg zu ihm kürzer ist als zum nächsten Hamburger Kollegen - für Ausserhamburger: Norderstedt grenzt unmittelbar an Hamburg, liegt aber in Schleswig-Holstein. Nur der Grenzzaun fehlt (noch).


      Ab nächsten Montag darf ich jetzt, auf Initiative einer ehemaligen Bieberhäuslerin, doch wieder aktiv sein und ähnlich wie im Containe bzw. zuletzt im Bieberhaus eine Sprechstunde anbieten, wenigstens einmal in der Woche. Mehr dazu, wenn ich weiss wie es angelaufen ist.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Viel Glück bei Deinem Einsatz. Gerade weil es zur Zeit etwas
      "ruhiger" um das Thema Migrationszuzug geworden ist braucht
      es aktive Menschen wie Dich. Das Leid der Menschen am Rand der
      Gesellschaft ist zwar ein willkommener Aufhänger für gelegentliche
      Schlagzeilen...ändern tut die Gemeinschaft aber nur Kleinigkeiten.
      Ich schreibe bewußt "Menschen am Rand der Gesellschaft" und
      nicht "Migranten". Denn in unserem Land gibt es Mitbürger die mitunter
      auf der selben Stufe stehen wie die Migranten und manchmal noch tiefer.
      Mein Kumpel hat immer noch keine Krankenversicherung. Und er wird auch
      wohl nicht so schnell eine bekommen. Trotz dem Bedarf an einer Zahnprothese
      (Er hat mit 54 Jahren nur noch 4 Zähne im Mund, der Rest ist vorwiegend
      selbstständig ausgefallen) und Verdacht auf Knochenkrebs (raumgreifender
      Prozeß im Oberschenkelknochen, Zufallsbefund bei einer selbst bezahlten
      MRT Untersuchung wegen nicht abklingender Knieentzündung).
      Ist ja alles nicht akut lebensbedrohlich und auch zur Zeit wieder schmerzlich
      erträglich. Bleibt nur noch der Blick in die Zukunft: Wenn das Licht ausgeht geht es
      eben aus.
      Und ich quäle micht die 3.Woche stundenweise in der Werkstatt rum. Ihr wißt
      schon Rücken/Hüfte/Bein. Die Extraversicherung bei der Berufsgenossenschaft springt
      nur bei "Berufsunfällen" ein. Rückenleiden sind da extra ausgenommen. Bleibt es
      bei der Krankenkasse hängen. Doch als "Privatmitglied" in der gesetzlichen Krankenkasse
      bekomme ich zwar die Behandlung bezahlt (bis jetzt Spritzen und Schmerztabletten) doch
      es gibt kein Krankengeld. Da müßte ich eine extra Krankentagegeldversicherung abschließen.
      Als Allein-Unternehmer gibt das mein Einkommen nicht her. Der normale Deutsche macht einen
      bezahlten "Jahres-Urlaub". Der Allein-Handwerker muß diese Zeit nutzen um sich unbezahlt
      gesund zu pflegen. Da hat man nicht nur die Schmerzen sondern auch das Problem, der
      Frau zu erklären warum es dieses Jahr wieder keinen Urlaub gibt. In Anlehnung an den
      Leitspruch meines Kumpels sagt sie dann immer:Alles halb so schlimm...Hauptsache das Licht
      brennt noch.
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „COOLmann“ ()

      Zwischen Käffchen und Tablettendose bleibt noch ein
      "Minütchen" Zeit, über das Thema nachzudenken. :kopfkratz:
      In unserer Tageszeitung war heute eine ganze Seite mit der
      Überschrift "Optimierung der Flüchtlingsbetreuung".
      Darin fanden sich einige gute Ansätze.
      zB. Verminderung der Doppelstrukturen, professionelle
      Unterstützung der Migranten bei der Eingewöhnung in die für sie
      fremden Strukturen, neue Gesetze für die Sicherstellung der
      finanziellen Ausstattung der Integrationskräfte (private FIrmen, staatliche
      Institutionen als auch gemeinnützige Vereine).
      Doch wie immer habe ich auch etwas zu "meckern".
      Fußend auf meinen Erfahrungen aus der Entwicklungshilfe der DDR fehlt
      mir ein wichtiger Aspekt. Bei den Migranten handelt es sich um Menschen,
      die aus vielerlei Gründen ihre Heimat verlassen mußten oder wollten.
      Es ist unrealistisch und auch unproduktiv allen eine neue Heimat für immer
      hier zu bieten. Vielmehr können wir helfen, indem wir ihnen einen sicheren
      Aufenthalt in der Fremde ermöglichen und gleichzeitig etwas für ihre
      Ausbildung tun. Denn die Perspektive liegt für die meisten von ihnen in
      der alten Heimat. Aber erst dann, wenn dort wieder humane Lebensumstände
      herrschen. Auch dafür müssen wir (und die Migranten) Verantwortung tragen.
      Viel zu oft haben sie selbst dazu beigetragen, Gewalt und sozialen Zusammenbruch
      in ihren Ländern Realität werden zu lassen. Und als es dann außer Kontrolle geriet
      machten sich die "besser gestellten" (männlich,jung, gesund, ausgebildet,etwas Vermögen)
      auf den Weg ins "goldene Land". Sollen sie für eine begrenzte Zeit hier bleiben, zur Ruhe
      kommen, ihre Verletzungen behandeln (seelisch wie körperlich) um dann ihre Heimat
      wieder neu aufzubauen. Denn dort brauchen sie sich nicht verbiegen. (Sprachen, Kultur,
      Religion, Lebensweise). Hier müßten sie sich auf Dauer weitgehend anpassen (außer im privaten
      Heim) oder sie bleiben immer ein Fremdkörper.
      Dabei ist die Diskussion bei weitem noch nicht abgeschlossen.
      Gerade eben tauchte der Forderungskatalog für mehr Sicherheit der Unionsparteien im Netz auf.
      Streitpunkt: Vollverschleierung in der Öffentlichkeit
      Es gibt wirklich Stimmen die das uneingeschränkt weiter erlauben wollen!!!
      Kannst ja mal den Test machen. Geh mit einer Verschleierung (zB. Sturmhaube, Nato-Tarnanzug)
      durch eine Einkaufspassage Richtung Bankfilliale. Und dann sage den anpreschenden Polizisten:
      "Das verlangt meine Religion". Die denken da dreht einer für "Versteckte Kamera".
      Nur bei einer angeblich muslimischen Frau (Geschlecht und Religion ist ja nicht überprüfbar)
      soll das nicht mehr gelten?
      Ich plädiere für: Tragen von Kopftuch und langen Gewändern ja (kann übrigens ganz schön schick sein)
      Vollschleier/Teilschleier nein
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „COOLmann“ ()

      Ich halte auch nix von Burka und den anderen reaktionären Restriktionen Frauen gegenüber, die Teile unser muslimischen Mitbrürger ihren Frauen vorzuschreiben für nötig halten. Aber ich tippe mal, dass es nach einem Burka-Verbot mehr Personen geben wird die so rumlaufen als vorher, einfach aus Brast. Und die Anzahl der jetzt so Kostümierten ist doch sehr überschaubar.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Und ich quäle micht die 3.Woche stundenweise in der Werkstatt rum. Ihr wißt schon Rücken/Hüfte/Bein. Die Extraversicherung bei der Berufsgenossenschaft springt nur bei "Berufsunfällen" ein. Rückenleiden sind da extra ausgenommen. Bleibt es bei der Krankenkasse hängen. Doch als "Privatmitglied" in der gesetzlichen Krankenkasse bekomme ich zwar die Behandlung bezahlt (bis jetzt Spritzen und Schmerztabletten) doch es gibt kein Krankengeld. Da müßte ich eine extra Krankentagegeldversicherung abschließen. Als Allein-Unternehmer gibt das mein Einkommen nicht her.

      Da kann ich ja nur noch gute Besserung wünschen :gubessblu:
      Ich hatte das Problem ja auch, wobei ich während meiner Berufstätigkeit eine Krankengeldversicherung hatte - schon um den laufenden Betrieb und die Gehälter der Angestellten weiter zahlen zu können. Nach einer Durststrecke von 3 Wochen Karenzzeit ging das, und ich hab's zweimal in Anspruch nehmen müssen (Reha). Dafür musste ich fast 1000€ Krankenversicherung pro Monat zahlen, jetzt sind's nach Wegfall der Tagegeldversicherung "nur" noch 700€.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Schließe ich nun mal den Bogen von meinen eigenen "Wehwechen"
      zur Überschrift dieses Threats.
      Nur wer selbst Leid erlitten hat kann nachvollziehen, wie dringend
      Hilfe für Notleidende ist. Selbst in unserem Land fängt die Liste der
      Notfallsituationen mit akuten Schmerzen an und läßt sich ellenlang
      fortsetzen.
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.
      Am Wochenende hat auch mein Kreuz "gemuckelt". Das kam von einer ungewohnten Tätigkeit am Samstag, bei Euch hätte man den Einsatz wohl als "Subbotnik" bezeichnet: Wir dh die Bieberhausgruppe, die immer noch zusammengluckt, haben am Samstagmittag bei Hanseatic Help Klamotten sortiert und das Ganze mit einem zünftigen Grillabend abgeschlossen. Wobei sich das Kreuz schon wieder beruhigt hat.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      So, jetzt nochmal genauer, für's "Containertagebuch" Nr. 37:

      13.8.16

      Heut geht's hier ausnahmsweise vollkommen unmedizinisch zu. Unsere Bieberhausgruppe, die sich real per Stammtisch (Donnerstag oder Freitag 20:00 "Karatren" am Hauptbahnhof) oder virtuell per Facebook trifft, hat zu einem Arbeitseinsatz bei Hanseatic Help aufgerufen - ein paar Kilometer östlich und einige Jahrzehnte zurück hätte man diese Aktion als Subbotnik bezeichnet.
      Was bisher d.h. seit Oktober 2015 passiert ist findet Ihr wie immer unter cjmedia.de/Hoftuer.

      Gegen 12:00 finden sich zwei Dutzend Mitbieber unterschiedlichster Nationalität in den Hallen der Großen Elbstraße 265 ein (Bus 111/112 bis Elbberg, dann die Treppen runter). Ein Projekt, das vor einem Jahr als Kleiderkammer für Geflüchtete in den Messehallen seinen Anfang nahm und zeitweise einen zweistündigen Verkehrsstau von Angabewilligen auslöste. Von den damals über tausend Helfer/innen ist ein harter Kern von weniger als hundert die regelmäßig kommen geblieben, das führt gelegentlich zu Engpässen - wenn zB Lastwagen be- oder entladen werden müssen, insofern sind Spontanhelfer/innen jederzeit willkommen. Wobei sämtliche Beteiligten ehrenamtlich tätig sind.


      Blick aus der Aussentür. Die Container haben ausnahmsweise nix mit Hanseatic Help zu tun.


      Einführung




      Pausenecke, 1. Stock)



      Ich muss jetzt gestehen, dass ich von Kleidung keine Ahnung habe, wenn man davon absieht, dass ich gelegentlich welche zum Eigenbedarf kaufe, was infolge unterentwickelten Modebewusstseins eher selten passiert. Meine Aufgabe besteht erstmal darin, eine Kiste mit unterschiedlichsten Männerklamotten auszupacken, zu prüfen und nach Größe und Artikel in andere Kisten umzusortieren.



      Also etwa eine Hose.
      - Ist sie sauber und heil ?
      Wenn nein, ab in den Kleidermüllsack. Wobei bestimmte Löcher mode- und nicht verschleissbedingt sind, da muss ich dann nachfragen.
      - funktioniert der Reissverschluss bzw sind die Knöpfe dran ?
      - sind die Taschen leer ?
      Wobei bei diesen Spenden nur wenig Ausschuss ist. Auch werde ich den ganzen Tag nur in drei Taschen fündig: Eine Packung Tempos, einen Kugelschreiber der nicht mehr schreibt und eine unbezahlte Schneiderrechnung. Letztere gibt mir Rätsel auf, ich zeige sie meiner Nachbarin, Anwältin aus Damaskus, und frage sie ob sie sich erklären kann, wieso jemand eine Jeans, für die ich unbesehen neu vielleicht 50€ bezahlt hätte für 55€ ändern lassen will ?
      Sie zeigt auf ein kleines Markenschild: Levis.
      "Für so eine Markenjeans bezahlt man über 100€ !"
      Wieder was gelernt.

      An der geschlossenen Hose wird die Bundweite bestimmt anhand dieser Messlatte,

      in diesem Fall eine Anzughose, damit kommt sie in die Kiste zu den Anzügen (Hosen, Sakkos und Westen zuammen) Größe S. Mit den Sakkos und Anzugwesten ist das etwas schwieriger, da haben wir keine Messlatten, die Größenschilder fehlen meistens - im Zweifelsfall versucht man sich das Ding selber anzuziehen oder dem Nachbarn. Bei mir kann ja alles was passt nur XXL sein.


      Manchmal ist auch Oberbekleidung in den Spendenkartons, dann muss man um den Tisch laufen.

      Eine Kiste, die randvoll ist, wird in einen Versandkartons geleert, dazu muss jedes Einzelstück gezählt werden. Ich verzähl mich mehrmals und muss nochmal auspacken.
      Aber irgendwann isses geschafft

      Ein paar Meter weiter wird der Kartoninhalt eingescannt,
      das überlasse ich den Computerprofis.

      Zu Messehallenzeiten wurden nur die Hamburger Flüchtlingscamps versorgt. Inzwischen werden die Spenden auch an Obdachloseneinrichtungen, Frauenhäuser und in die Camps auf Sizilien und in Griechenland geschickt, wo Zehntausende Menschen aufgrund der verantwortungslosen EU-Abschottungspolitik unter elendigsten Bedingungen dahin vegetieren. Ende des Monats geht wieder ein Transport nach Sizilien ab, mehr dazu auf der Homepage von Hanseatic Help hanseatic-help.org/.

      Eine Regel gibt es, neben der Ehrenamtlichkeit sämtlicher Helfer: Spenden werden nur an Einrichtungen abgegeben, die die Kleidung selber kostenlos abgeben - Verkaufen ist strengstens verboten ! Damit soll verhindert werden, dass der einheimischen Textilwirtschaft in den armen Ländern geschadet wird.

      Wie eingangs erwähnt, sind neben Kleider- und Geldspenden vor allem helfende Hände jederzeit herzlich willkommen, Vorkenntnisse braucht es nicht. Mittwoch ist Ruhetag, die restliche Woche incl. Wochenende ist 10 - 20 Uhr geöffnet, ausser der o.g. Busverbindung kommt man auch mit der Hadag-Fähre Nr. 62 (nach Finkenwerder/HVV-Tageskarten gelten) über Anleger Dockland/Fischereihafen gut hin.
      Telefon: +49 40 21 09 190 70
      Email: info@hanseatic-help.org

      Der nächste gemeinsame Einsatz unserer Biebertruppe ist am Samstag 10.9. ab 12 Uhr, vermutlich wieder mit anschliessendem Grillen.





      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      :icon_thumbsup: Danke für den Beitrag.
      Flüchtlingshilfe hautnah, mit Bild und zum Anfassen.

      Ausgehend von den letzten Analysen der Politikwissenschaftler
      (im Nahen und Mittleren Osten geht gerade eine Umwälzung von-
      statten die am ehesten mit dem 30ig-jährigen Krieg in Europa vergleichbar ist)
      werden die Hilfsprojekte wohl zu einem Dauerzustand werden.
      Wer ein bißchen menschliche Vernunft hat steht dabei nicht abseits
      sondern angagiert sich auf die ihm mögliche Weise.
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.
      Original von COOLmann
      Ausgehend von den letzten Analysen der Politikwissenschaftler
      (im Nahen und Mittleren Osten geht gerade eine Umwälzung von-
      statten die am ehesten mit dem 30ig-jährigen Krieg in Europa vergleichbar ist)
      werden die Hilfsprojekte wohl zu einem Dauerzustand werden.
      Wer ein bißchen menschliche Vernunft hat steht dabei nicht abseits
      sondern angagiert sich auf die ihm mögliche Weise.

      100 % :daumenhochklein: Zustimmung !
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      30.8.2016
      Eigentlich wollte ich mir nur eine Bahnfahrkarte kaufen. Da das diesmal wegen undurchsichtiger Rabattgeschichten etwas komplizierter zu werden drohte, fahre ich zum Reisezentrum des Hamburger Hauptbahnhofs. Damit fertig, sprechen mich vor der Bahnwache der Polizei ein paar Flüchtlinge an, die mich aus dem Bieberhaus kannten. Es gibt, wieder mal, ein Problem:
      Ein junger Mann, laut Attest schon vor oder während der Flucht an Depressionen leidend, ist aus einem schwedischen Krankenhaus zu Bekannten nach Hamburg geflüchtet. Nachts habe er Alpträume gehabt und so geschrieen, dass auch seine Gastgeberfamilie nicht schlafen konnte. Jetzt will er in Hamburg versorgt werden, und seine Bekannten wollen ihn auf der Bahnwache registrieren lassen. Spontan halte ich das für keine gute Idee, weil ich nicht weiss, ob er da so schnell wieder raus käme. Biete an, erst mal selber zu fragen, denn mich würden sie ja wieder rauslassen.

      Ich rein, stelle mich vor und beschreibe die Lage.
      "Der junge Mann ist in einem Land des Schengen-Raums registriert. Hier hält er sich illegal auf. Ich müsste die Kriminalpolizei und die Ausländerbehörde informieren."
      "Das heisst, der junge Mann sollte besser nicht hier einkommen ?"
      Der junge Beamte nickt. Er hat sichtlich keine Interesse an noch mehr Arbeit, und ich keines daran, dass der arme Kerl da draussen noch mehr Probleme bekommt.

      Ich bedanke mich, verlasse die Wache, winke die ganze Gruppe erstmal weg von diesem nunmehr neuralgischen Punkt und erkläre ihnen die Lage. Dieses Chaos kann allenfalls ein versierter Rechtsanwalt entwirren, denn wenn der arme Mensch ohne Papiere jetzt wieder versucht, nach Schweden zurückzukommen, werden sie ihn womöglich auch nicht reinlassen. Ich kann jetzt nur noch in die Apotheke gehen, ein paar Beruhigungstabletten kaufen und dem Begleiter in die Hand drücken mit dem Rat, ihm jeden Abend eine zu geben, damit alle Beteiligten vielleicht ein bissl besser schlafen können.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Dafür gibt es bei uns zur Zeit "Migrantenalarm".
      Anwohner und Passanten sind verunsichert.
      Gruppen von jungen Migranten gehen von Haus
      zu Haus und bitten (eigentlich fordern) Geldspenden.
      Ein Verwandter wurde mit seinem Fahrrad angehalten.
      Als er 2 € lockergemacht hatte schubte ihn die Gruppe
      mit den Worten: "Mehr! Mehr!"
      Beim Bäcker wollte die Gruppe eine Spendenbüchse für
      krebskranke Kinder einsacken.
      Doch die Verkäuferin blieb standhaft.
      Jetzt würde mich mal der geplante Verwendungszweck interessieren.
      Denn die Gruppe machte keinen verhärmten Eindruck. :kopfkratz:
      Werden wohl "Illegale" auf Durchreise gewesen sein die nix vom Amt
      bekommen aber Bargeld für die Anschlußtickets brauchten.
      Aber das ist wohl eine Spekulation.
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „COOLmann“ ()

      Werden wohl "Illegale" auf Durchreise gewesen sein die nix vom Amt bekommen aber Bargeld für die Anschlußtickets brauchten.

      Ich denke nicht nur für Anschlusstickets. Ist wohl eine neue Masche durchreisender Bettlergruppen, die mit Flüchtlingen nix zu tun haben, aber deren Ruf ruinieren.
      Sauerei das :haarerauf:
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -