Überschwemmungen auf dem Balkan

      Hochwasser in Serbien und Bosnien

      Nach tagelangen, schweren Regenfällen und mehr als 30 Toten hat sich die Lage in den südosteuropäischen Überflutungsgebieten entspannt. Die Pegelstände der meisten Flüsse stiegen nicht mehr, sondern gingen häufig sogar zurück.

      In Serbien gaben die Behörden in den besonders bedrohten Städten Sabac, Mitrovica und Kostolac Entwarnung. Die Lage sei unter Kontrolle, teilten die Einsatzkräfte mit. Auch das teilweise überschwemmte Heizkraftwerk in der Stadt Obrenovac vor den Toren Belgrads sei in Sicherheit. Im benachbarten Bosnien-Herzegowina, wo mit 1,2 Millionen ein Drittel der Einwohner von den Wassermassen bedroht war, entspannt sich die Lage allmählich. Im ganzen Land fließt nach Angaben der Energieversorger wieder Strom. Die Behörden ermitteln jetzt die Schadenssumme. Zeitungen hatten die Schäden bereits auf bis zu eine Milliarde Euro allein in Serbien beziffert.

      Offiziellen Agaben zufolge starben bei den heftigen Überschwemmungen mindestens 30 Menschen. Die bosnische Polizei bestätigte Todesopfer unter anderem in den Städten Doboj nördlich von Sarajevo, Maglaj etwas weiter im Süden sowie in Samac. Ein älterer Mann wurde getötet, als sein Haus einstürzte, eine Frau wurde in der ostbosnischen Stadt Cerska von einer Schlammlawine verschüttet, eine weitere Person fiel ganz in der Nähe aus einem Rettungsboot und wird seither vermisst. In der im Norden gelegenen Stadt Bijeljina ist die Lage besonders kritisch. Hier wurden nach Behördenangaben rund 10.000 Menschen evakuiert, nachdem das Wasser des Flusses Save über die Flutbarrieren geströmt war. Fast die Hälfte des Landes steht unter Wasser.

      Ganzer Text: br.de/nachrichten/hochwasser-u…wemmungen-balkan-100.html
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      - Kurt Tucholsky -

      Überschwemmungen auf dem Balkan

      Landminen - die neue Hochwasser-Gefahr

      Rekordfluten und Erdrutsche haben fast den ganzen Balkan erfasst, doch in Bosnien-Herzegowina kommt eine zusätzliche Gefahr hinzu: Zehntausende Minen aus dem Krieg in den 1990er-Jahren. Etliche Minen sind bereits explodiert.

      In markierten Minenfeldern lagen vor dem Hochwasser noch 120.000 Minen. Behörden befürchten nun, dass das Hochwasser sie weggespült haben könnte. "Minen sind in Gegenden aufgetaucht, wo nie welche gewesen sind", sagte ein Sprecher des Bosnischen Minenzentrums. Die Behörde werde Experten in die Regionen schicken.

      Das Minenproblem könnte durch das Hochwasser auch in die Nachbarländer gelangen: Flüsse aus Bosnien münden in der Save, die entlang der kroatischen Grenze nach Serbien fließt und dort in die Donau mündet. Experten zufolge könnten Minen aus Bosnien so durch halb Südosteuropa gelangen.


      Ganzer Text: tagesschau.de/ausland/minen-serbien-bosnien100.html
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      Das Wasser geht zurück - das Leid bleibt

      Das verheerende Balkan-Hochwasser fließt langsam ab, doch nun steigt die Zahl der Toten. Mehr als 40 Menschen sind bisher ums Leben gekommen. Aus Serbien werden 16 Opfer gemeldet, in Bosnien starben nach Behördenangaben bisher mindestens 27 Menschen, in Kroatien ertrank ein Mensch. Auch Tschechien meldet eine Tote.


      Allein in der nordbosnischen Stadt Doboj brachten Einsatzkräfte 20 Tote in die städtische Leichenhalle, wie der Bürgermeister mitteilte. In der Stadt stand das Wasser stellenweise noch bis zu vier Meter hoch.

      Nach mehr als zwei Tagen drangen Rettungskräfte in die bosnische Stadt Samac vor. "Das ist die totale Verwüstung, es sieht vom Hubschrauber wie ein Meer aus", sagte Bürgermeister Savo Minic der Nachrichtenagentur Fena. Die Evakuierung verlaufe chaotisch.

      Im benachbarten Serbien ist die Lage in der am schlimmsten betroffene Stadt Obrenovac vor den Toren Belgrads weiter kritisch. Das Wasser steht weiter meterhoch in der 20.000-Einwohner-Stadt. Der Leiter des serbischen Notdienstes bestätigte, dass es Todesopfer in der Stadt gegeben habe.

      In den serbischen Städten Sabac, Mitrovica und Kostolac haben Einsatzkräfte die Situation derzeit unter Kontrolle.

      Die Behörden in Belgrad bereiteten sich unterdessen auf eine erwartete Flutwelle vor. Am Ufer der Save halfen Tausende Freiwillige die ganze Nacht über, Sandsäcke zu stapeln. "Belgrad ist bereit für die Flutwelle", sagte Bürgermeister Sinia Mali. Auch anderswo gingen Freiwillige den erschöpften Rettungskräften zur Hand, um die Deiche zu verstärken.

      Ganzer Text: tagesschau.de/ausland/hochwasser-serbien108.html
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      Die Gefahr durch Landminen wächst

      An vielen Orten auf dem Balkan gehen nach dem verheerenden Hochwasser die Pegelstände zurück. Doch die Behörden warnen vor der Gefahr durch freigespülte Kriegsminen. Dabei war das Aufspüren der Landminen schon vor der Flut ein mühsames Geschäft.

      Von Ralf Borchard, ARD-Hörfunkstudio Südosteuropa

      Mit drastischen Fernsehspots wird in Kroatien, Bosnien und Serbien seit Jahren vor der Gefahr durch Landminen gewarnt. Dennoch kommt es immer wieder zu tragischen Unfällen, etwa 1800 Menschen sind allein in Bosnien bis Ende 2012 durch Minen getötet worden, darunter auch spielende Kinder.

      Viertklässler in der Grundschule Grbavica in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo bekommen deshalb Minen-Unterricht: Die Lehrerin klatscht in die Hände, damit Ruhe herrscht. Auf dem Tisch liegen Minen und Granaten in allen Größen und Formen. Dzenja Skopljak, Minenexpertin der Europäischen Union, zeigt auf einer Karte des Landes, die mit roten Punkten übersät ist und erklärt: "Schaut, seht ihr die roten Punkte?" Ja, rufen die Kinder. "Jeder Punkt ist ein Minenfeld", erklärt die Expertin weiter. "Und in einem Minenfeld können immer mehrere Minen sein."

      Auch eine durchnässte Mine bleibt gefährlich

      Drei Prozent der Fläche Bosniens galten vor dem aktuellen Hochwasser als vermint - vor allem Gebiete entlang der alten Frontlinien, die quer durch Bosnien-Herzegowina verlaufen. Mit Wasser und Schlamm ist das ohnehin schwierige Problem noch komplizierter geworden. Niemand kann abschätzen, wohin genau die explosiven Altlasten geschwemmt werden, auch eine feuchte oder durchnässte Mine bleibt gefährlich.


      Quelle und Weiteres: tagesschau.de/ausland/hochwasser-bosnien-serbien100.html

      :senf1: Spätestens jetzt wird deutlich, wie wichtig es gewesen wäre das die :usa: Ägypten, :china: :indien: Iran, :israel:, Pakistan, :russia: Syrien und Saudi-Arabien das Abkommen zur Anti-Landminen-Konvention unterzeichnet hätten.
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)