Grubenunglück im Westen der Türkei

      Grubenunglück im Westen der Türkei

      Trauer um mehr als 200 Bergleute

      Es ist eines der schwersten Grubenunglücke in der Geschichte der Türkei: Bei der Explosion und einem anschließenden Brand in einem Kohlebergwerk in Soma im Westen der Türkei sind nach jüngsten Regierungsangaben mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen.

      Energieminister Taner Yildiz befürchtet weitere Opfer, da noch immer mehr als 200 Kumpel unter Tage eingeschlossen sind. Zum Zeitpunkt der Explosion am Dienstagmittag hätten sich rund 780 Menschen in dem Bergwerk aufgehalten, sagte Yildiz. Mehr als 360 Bergleute konnten nach seinen Angaben gerettet werden, viele von ihnen sind verletzt.


      Quelle und Weiteres: tagesschau.de/ausland/tuerkei-kohlemine108.html
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)
      Gewerkschaft ruft zu Massenstreik auf

      Die Türkei erlebt das schlimmste Grubenunglück ihrer Geschichte: Bislang wurden 282 Leichen aus der Mine in Soma geborgen, wie Energieminister Taner Yildiz mitteilte. Das Schicksal von etwa 120 weiteren vermissten Bergarbeitern ist ungewiss. Doch es schwindet die Hoffnung, noch Überlebende zu finden. Seit gestern Abend seien aus dem Kohlebergwerk Soma keine Kumpel mehr lebend geborgen worden, sagte Energieminister Taner Yildiz.

      Wut auf Regierung

      In die Trauer mischt sich immer mehr Wut auf Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und seine Regierung. In der Hauptstadt Ankara gab es heftige Proteste. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer gegen die bis zu 3000 Demonstranten ein, die der Regierung eine Mitschuld an der Katastrophe gaben. Einige warfen Steine auf die Beamten und riefen regierungsfeindliche Parolen.

      In Istanbul gingen am Abend und in der Nacht Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstranten forderten in Sprechchören den Rücktritt der Regierung wegen des Unglücks.

      ( ... )

      Gewerkschaften sprachen vom größten "Mord am Arbeitsplatz" in der Geschichte der türkischen Republik, gegen den protestiert werden müsse. Der größte türkische Gewerkschaftsbund hat seine rund 240.000 Mitglieder, die vornehmlich als Angestellte und im öffentlichen Dienst tätig sind, zu Massenstreiks aufgerufen. Die Verfechter der Privatisierungspolitik seien die "den Schuldigen des Massakers von Soma".

      ( ... )

      Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Erst vor wenigen Wochen war die Oppositionspartei CHP im Parlament mit dem Versuch gescheitert, Zwischenfälle in der Grube von Soma untersuchen zu lassen.

      Stand: 15.05.2014 07:34 Uhr


      Quelle und Weiteres: tagesschau.de/ausland/tuerkei-kohlemine116.html

      Leider war es eines von vielen Grubenkatastophen - wenn wohl auch das bisher schwerst.
      Lest bitte auch hier :re:
      hintergrund.de/20091220616/kur…lueck-in-der-tuerkei.html
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)
      Mittlerweile sind über 280 Tote geborgen :link:
      aber dem Ministerpräsidenten fallen dazu nur Lügen, Polizeiterror und unglaublichen Taktlosigkeiten ein :feuerspuk:


      Nach dem schweren Grubenunglück mit mehr als 200 Toten in der Türkei hat Regierungschef Recep Tayyip Erdogan den Unfall heruntergespielt - und die Politik seiner Regierung verteidigt. Seine AK-Partei hatte nämlich erst vor wenigen Wochen einen Versuch der Opposition abgebügelt, Zwischenfälle in einer Grube im westtürkischen Soma untersuchen zu lassen.

      Bei einer Pressekonferenz in Soma in der Provinz Manisa sagte Erdogan jetzt, solche Unglücke seien üblich. Der Regierungschef wurde gefragt, warum ein Unternehmen, das für solche Unfälle überhaupt nicht vorbereitet war, weiter die Mine betreiben könne. Seine Antwort: Er sehe "solche Fälle nicht so, dass sie nie passieren können. So etwas passiert eben".

      Es liege in der Natur des Bergbaus, dass es Unglücke gebe, führte Erdogan weiter aus - und berief sich auf Unfälle aus dem 19. und 20. Jahrhundert. "Wenn wir in die Geschichte gehen, sind in England 204 Menschen im Jahr 1862 gestorben. 361 Menschen im Jahr 1866. Wieder in England 290 Menschen im Jahr 1894." Weiter berief er sich auf Grubenunglücke in Frankreich, China und Indien - als jüngste Beispiel nannte er das Unglück 1963 in Japan mit 458 Toten. "In solchen Minen passieren immer wieder solche Unfälle." ( ... )

      In Soma traten wütende Demonstranten mit Füßen gegen das Auto des Ministerpräsidenten und forderten seinen Rücktritt, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan. Viele hatten vor dem Gebäude, in dem Erdogan seine Pressekonferenz gab, bereits gesungen und gepfiffen.

      In Ankara ging die Polizei am Mittwoch mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Studenten vor, die wegen des schweren Grubenunglücks demonstrierten. Mehrere Hundert Demonstranten seien daran gehindert worden, vor das Energieministerium in der Hauptstadt zu ziehen, berichteten türkische Zeitungen und Sender weiter. Die Sicherheitskräfte hätten über Megafon auf die von der Regierung verfügte Staatstrauer für die Opfer der Katastrophe hingewiesen.

      Der größte türkische Gewerkschaftsbund Türk-Is rief seine Mitglieder dazu auf, am Donnerstag die Arbeit niederzulegen und stattdessen am Arbeitsplatz den getöteten Bergleuten zu gedenken. Der Gewerkschaftsbund sprach im Zusammenhang mit der Katastrophe vom größten "Mord" am Arbeitsplatz in der Geschichte der türkischen Republik, gegen den protestiert werden müsse.

      spiegel.de/politik/ausland/gru…fall-runter-a-969413.html
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Drei Tage nach der Bergwerkskatastrophe in der Türkei ist die Polizei in Soma mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Tausende Demonstranten vorgegangen. Die Sicherheitskräfte hätten auch Gummigeschosse auf die Protestierer gefeuert, die einen Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderten, berichteten Augenzeugen. Unterdessen stieg die Zahl der toten Bergleute auf 292.

      Wut wächst weiter

      Die Wut in der Türkei nach dem Grubenunglück ist groß und wächst noch weiter. Ministerpräsident Erdogan wird vorgeworfen, bei einem Besuch in Soma mit Demonstranten aneinander geraten zu sein, sie beleidigt zu haben und dabei sogar einen jungen Mann geohrfeigt zu haben. Türkische Oppositionspolitiker und Internetaktivisten empörten sich. Die Szene soll auf einem Video festgehalten sein - allerdings ist die Sequenz verwackelt, so dass Erdogans Verhalten nur undeutlich zu erkennen ist. Zuvor waren bereits Bilder öffentlich geworden, auf denen ein enger Berater des türkischen Regierungschefs auf einen am Boden liegenden Demonstranten eintritt.

      Ganzer Text, siehe auch unten: tagesschau.de/ausland/soma112.html

      Dieser trittfeste Berater namens Yusuf Yerkel musste sich inzwischen öffentlich entschuldigen. Inzwischen machen sich deutsche Politiker Gedanken, ob es unter diesen Umständen sinnvoll ist, wenn uns, wie geplant, Herr Erdogan selbst demnächst heimsuchen will (Quelle: o.g. Link):
      Am Samstag kommender Woche will Erdogan auf Einladung der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) vor Tausenden Anhängern in Köln sprechen. Grünen-Chef Cem Özdemir kritisierte das Verhalten von Erdogan nach dem Unglück. Erdogan verliere immer mehr den Bezug zur Realität, urteilte Özdemir. "Mit seinem Verhalten zur Grubenkatastrophe von Soma verwandelt er die tiefe Trauer vieler Türken in Wut." Özdemir mahnte den türkischen Premier vorsorglich zur Mäßigung: "Erdogan kann hier nicht einfach Wahlkampf machen", sagte der Grünen-Politiker. Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) forderte Erdogan auf, seine Rede abzusagen. "Ich halte den Besuch in Ablauf und Inhalt für abwegig und unangemessen", sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". "Der Besuch kommt einem Missbrauch des Gastrechts nahe."
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      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Angesichts des Grubenunglücks von Soma mit mehr als 300 Toten sehen deutsche Politiker Erdogans Auftritt kritisch. "Einen Tag vor dem deutschen Europawahltag eine türkische Erdogan-Huldigungsshow abzuliefern, ist aus meiner Sicht inakzeptabel", hatte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer gesagt. Entgegen allen Beteuerungen würde es erneut eine Wahlkampfveranstaltung Erdogans sein.

      tagesschau.de/inland/erdogan398.html

      Grizzly sein :senf2:
      Hätte nicht gedacht, dass ich mal mit der CSU konform gehe :kratz:
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      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Erdogan hat sich nicht entblödet, in Köln vor etwa 18000 zusammengekarrten Jublern seine widerliche Show abzuziehen, während ihn über 30.000 Menschen am anderen Rheinufer zur Hölle wünschten.

      Mehr hier:
      tagesschau.de/inland/erdogan-koeln110.html


      "Rein äußerlich ist die Türkei zwar eine Demokratie, in einem tieferen Sinne funktioniert sie aber tatsächlich nicht als solche. Erdogan ist zwar als Demokrat angetreten, aber er ist es schon lange nicht mehr. Zwar muss man ihm zu Gute halten, dass er das Militär aus der Politik heraus gedrängt hat. Tatsächlich hätte es in früheren Zeiten bei politischen Krisen wie beispielsweise den Gezi-Protesten womöglich einen Militärputsch gegeben. Aber es gibt jetzt keine Mechanismen mehr, Fehler zu beheben oder zu sanktionieren, weil eine entsprechende demokratische Tradition in der Türkei fehlt. Davon profitiert Erdogan jetzt auch."

      So die deutsch-türkische Journalistin Ayca Tolun, Leiterin der Türkischen Redaktion bei der Hörfunkwelle Funkhaus Europa im WDR.
      Ganzer Text: tagesschau.de/ausland/erdogan394.html
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      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -