Putins Weihnachtsamnestie

      Putins Weihnachtsamnestie

      3709 Tage verbrachte Chodorkowski im Gefängnis. Erst saß der Ex-Ölmagnat zwei Jahre in Untersuchungshaft, dann ab 2005 in verschiedenen Straflagern. Ein Moskauer Gericht hatte ihn wegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Unterschlagung von 200 Millionen Tonnen Öl seines Konzerns Jukos verurteilt. Seine Frau Inna und die drei Kinder konnten ihn nur selten in der Haft besuchen - auch jetzt nach der Freilassung bekam sie ihn erst einmal nicht zu sehen.

      Denn der erste Weg in Freiheit führte Chodorkowski nicht nach Hause nach Moskau, sondern nach Deutschland - dort wähnte er seine Mutter noch in ärztlicher Behandlung. Doch die war bereits wieder nach Moskau zurückgekehrt. Sie kommt nun am Samstag ebenfalls nach Berlin, wie auch Frau und Kinder.

      Mehr hier: spiegel.de/politik/ausland/cho…s-der-ferne-a-940252.html

      Auch die beiden noch einsitzenden Pussy-Riot-Mitglieder sollen jetzt freikommen, so wie mehr als 25.000 andere Inhaftierte. Aber im Gegensatz zu Chodorkowski ist noch nicht bekannt, ob auch sie, ebenso wie die ebenfalls amnestierten Greenpeace-Aktivisten bereits frei sind.

      Offizieller Anlass für den Gnadenakt Putins ist der 20. Jahrestag der russischen Verfassung. Beobachter sehen die Amnestie auch als Zugeständnis an den Westen kurz vor der Eröffnung der ersten Olympischen Winterspiele in Russland, die am 7. Februar in Sotschi beginnen.

      Ganzer Text: spiegel.de/politik/ausland/rus…estiegesetz-a-939867.html
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Die beiden Frauen von der Punkband Pussy Riot wollen sich auch nach ihrer Entlassung aus dem Straflager nicht mit den Zuständen in ihrer Heimat Russland abfinden. Sie wollen weiter kämpfen - für Menschenrechte und gegen das "autoritäre System von Präsident Putin.

      Von Gesine Dornblüth, Deutschlandfunk Moskau

      Als Nadjeschda Tolokonnikowa in Krasnojarsk in Ostsibirien in die Freiheit trat, war es schon dunkel. Krasnojarsk liegt rund 3500 km östlich von Moskau und ist vier Stunden voraus. Journalisten hatten dort seit Tagen auf die Performance-Künstlerin gewartet. Tolokonnikowa gab sich kämpferisch: "Ich habe mich nicht verändert. Ich stehe nach wie vor aufrecht. Und ich hoffe, dass ich die Lage im Land jetzt verändern kann. Der Mensch lebt, um zu handeln und die Welt zu verbessern. Angst zu haben, wäre falsch." Tolokonnikowa kündigte an, künftig für bessere Haftbedingungen im russischen Strafvollzug zu kämpfen. ( ... )

      Maria Aljochina, die zweite zu einer Haftstrafe verurteilte Aktivistin von Pussy Riot, wurde bereits heute (23.12./ Anm: Grizzly) früh aus einem Lager in Nischnij Nowgorod an der Wolga entlassen - und zwar so überraschend, dass sie sich nicht von ihren Mithäftlingen verabschieden konnte. "Es passierte geheim und ziemlich plötzlich", erzählt Aljochina. "Ich wurde in ein Auto gesetzt und zum Bahnhof gebracht. Ich denke, die Mitarbeiter des Lagers wollten laute Abschiedsszenen vermeiden."

      Statt nach Moskau zu fahren, traf Aljochina als erstes Menschenrechtler in Nischnij Nowgorod. Sie sprach mit ihnen bereits über die Beschwerden ihrer ehemaligen Mitinsassen. Dabei wirkte sie ausgelassen. Auf die Frage einer Reporterin, ob sie das Punk-Gebet in der Christ-Erlöser-Kathedrale wiederholen würde oder beim nächsten Mal etwas ändern würde, antwortete sie: "Wir würden das Lied zu Ende singen. Man muss es im Ganzen hören und nicht nur eine Strophe."

      Ganzer Text: tagesschau.de/ausland/pussy-riot148.html
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Die russische Justiz hat im Rahmen einer Massen-Amnestie das Verfahren gegen weitere Greenpeace-Aktivisten eingestellt. Gegen 29 Umweltschützer seien die Anschuldigungen zurückgenommen worden, teilte die Umweltschutz-Organisation mit. Über den Fall des verbliebenen Aktivisten solle am Donnerstag entschieden werden. Damit können die Umweltschützer das Land verlassen, sobald sie Ausreise-Visa erhalten.

      Insgesamt 30 Besatzungsmitglieder des Greenpeace-Schiffes "Arctic Sunrise" waren im September in der Arktis wegen Piraterie von russischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Sie hatten gegen russische Öl- und Gasbohrungen protestiert und waren auf eine Förderplattform geklettert. Russische Sicherheitskräfte beschlagnahmten das Schiff und nahmen die Besatzung in Haft.

      Den Mitgliedern wurde zunächst Piraterie vorgeworfen, der Vorwurf wurde später auf Rowdytum abgeschwächt. Die Aktivisten wurden auf Kaution freigelassen, durften das Land aber wegen des laufenden Verfahrens nicht verlassen. Vergangene Woche hatte dann aber die russische Staatsduma eine Massenamnestie beschlossen. Die Verhaftung der Aktivisten war international kritisiert worden.

      Ganzer Text: tagesschau.de/ausland/greenpeace-russland118.html
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Die aus der Lagerhaft entlassenen Frauen der russischen Punkband Pussy Riot haben angekündigt, für einen humaneren Strafvollzug kämpfen zu wollen. "In Russlands Straflagern gibt es Menschen, die sich am Rande des Todes befinden", sagte die Aktivistin Maria Aljochina bei einer Pressekonferenz mit ihrer Mitstreiterin Nadeschda Tolokonnikowa. Die neue Organisation "Sona Prawa" (Rechtszone) wolle eine "Stimme der Gefangenen" sein, sagte Tolokonnikowa.

      Gegenüber dem russischen Präsidenten gaben sich die beiden Frauen unversöhnlich. "Was Wladimir Putin betrifft, hat sich unsere Haltung zu ihm nicht geändert", sagte die 24-jährige Tolokonnikowa. "Wir wollen weiter tun, wofür sie uns inhaftiert haben. Wir wollen ihn weiterhin vertreiben", sagte Tolokonnikowa. Sie sei dafür, dass der vergangene Woche freigelassene Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski für die Präsidentschaft kandidiere.

      ( ... )
      Aljochina kritisierte die Amnestie als einen "PR-Trick" Putins vor den Olympischen Winterspielen 2014 in der russischen Schwarzmeer-Stadt Sotschi. Tolokonnikowa rief dazu auf, das Sportereignis zu boykottieren, und kritisierte, ganz Russland sei ein "einziges Straflager".

      Ganzer Text: tagesschau.de/ausland/pussy-riot158.html
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Original von Grizzly
      ( ... )
      Aljochina kritisierte die Amnestie als einen "PR-Trick" Putins vor den Olympischen Winterspielen 2014 in der russischen Schwarzmeer-Stadt Sotschi. Tolokonnikowa rief dazu auf, das Sportereignis zu boykottieren, und kritisierte, ganz Russland sei ein "einziges Straflager".

      Ganzer Text: tagesschau.de/ausland/pussy-riot158.html


      Das nenne ich schon nicht mehr "PR-Trick" sondern eiskalte Berechnung.
      Die Winterspiele boykottieren.
      Prima wenns dann klappen tät, doch ich bezweifel es.
      Es hat in :china: und :azerbaijan: auch nicht funktioniert.

      Für Sportler ist das tw. aber auch eine schwierige Entscheidung, sie leben von ihrem Sport - der eine gut, der andere etwas besser.
      Und Sportfans wollen den Sport klar von der Politik getrennt wissen (die meisten wohl jedenfalls).
      Und da liegt wohl das Hauptproblem. Wer kann was mit seiner inneren Überzeugung vereinbaren und wie Verzichtbereit ist jemand?

      Ein ähnliches Problem gab es auch beim Eurovision Song Contest.
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)
      So richtig funktioniert der Weihnachtsamnestietrick nicht :snowman_sset_nowink:

      USA warnen Russland-Reisende

      Vier Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi haben die USA Reisende vor Terrorismus, Kriminalität und den Gesetzen zu "homosexueller Propaganda" in Russland gewarnt. Zudem sei die medizinische Versorgung in der Olympiastadt Sotschi dem Großereignis möglicherweise nicht gewachsen und unterscheide sich deutlich von westlichen Standards, teilte das US-Außenamt in Washington mit. Der Reisehinweis sei bis eine Woche nach dem Ende der Winterspiele und den anschließenden Paralympics am 16. März gültig.

      So erklärte das US-Außenministerium, US-Touristen sollten "wachsam bleiben" und jederzeit "aufmerksam auf ihre persönliche Sicherheit" achten. Eine besondere Gefahr für US-Bürger oder -Einrichtungen bestehe zwar nicht. Besonders bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel riet das Außenamt aber zur Vorsicht. Angehörige und Freunde sollten über die Reisepläne informiert werden.

      Ganzer Text: tagesschau.de/ausland/sotschi200.html
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Nicht nur :usa: warnt, auch andere Länder sind skeptisch geworden und warnen (wenn auch weniger drastisch).
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)