Harburg und sein Hafen

      Harburg und sein Hafen

      Harburg unterscheidet sich von Hamburg durch ein R statt eines M, und dass es zwar einen Landkreis hat (mit dem Kennzeichen WL für Winsen/Luhe, auf dem Stempel steht Kreis Harburg), aber eben nur ein Stadtbezirk von Hamburg ist und keine eigene Stadt.

      Nicht mehr.
      Zu Zeiten des Königreichs Hannover war es die zweitgrößte Stadt, nach Hannover, und hatte vor der Eingemeindung nach Hamburg 1938 110.000 Einwohner. Entsprechend gibt's dort auch ein repräsentatives Rathaus, in dem jetzt der Bezirk amtiert.



      Im Zweiten Weltkrieg wurde der Stadt übel mitgespielt, entsprechend ist ein Großteil des traditionellen Bebauung nicht mehr da.
      Um die Lämmertwiete gibt's immerhin ein pittoreskes Kneipenviertel.





      :kratz: Die Mauer erinnert ein bissl an Berlin vor 1989 :

      Aber im Gegensatz zur Berliner Mauer gibt's einen Tunnel mit blumengeschmücktem Zugang.









      So, jetzt wind wir auf der anderen Seite der Mauer.



      (wird fortgesetzt, jetzt gibt's erstmal Tatort oder so)
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Auf der linken Seite der Harburger Schloßstraße sind ein paar Fachwerkhäuser aus dem frühen 19. Jahrhundert


      stehen geblieben, wie hier der Goldene Engel.

      Der Hinweis, dass es hinter den Häusern einen Wasserzugang gibt, macht mich neugierig.





      So einen Zugang gibt es auch von den Nachbargebäuden





      Das Gewässer heisst Kaufmannskanal, über eine Brücke kommt man bis zur nächsten Parallelstraße
      der Harburger Schloßstraße, der Blohmstraße.



      Weite Teile der alten Bebauung mussten inzwischen Glas- und Betonpalästen weichen,



      oder es wird noch gebuddelt.


      Das Schiff, das da liegt, heisst Seute Deern.

      Bevor alles wieder zubetoniert wird, dürfen die Archäologen ran,



      die auch dem Normal-Harburg-Touristen auf ihren Führungen zeigen,



      was sie ausgebuddelt haben, mehr dazu: amh.de/index.php/events/1219



      Treffpunkt ist donnerstags 14 Uhr :un: hier (Harburger Schloßstr. 6), die Führung ist gratis.


      Ob das jetzt endlich das Harbuger Schloss ist ?
      :reg:
      :wechsel:
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      - Kurt Tucholsky -
      Nein Grizzly, da muss ich Dich leider enttäuschen, es ist ein Behördengebäude oder auch Bürohaus in der Schloßstraße.

      Zum Trost: Es ist hübscher als das eigentliche Schloss. :trost:

      P.S. Das Schloss selbst ist auf der Schlossinsel am Ende der Bauhofstraße.
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)
      Ich geb zu :stuhlversteck: dass die Frage nach dem Schloss eine rhetorische war, denn natürlich hab ich mir das Möchtegernschloss vor Ort schon angeschaut, und Du, liebe Schnuppi :knuddel1: hast zweimal Recht, zum einen, dass es kein Schloss, sondern ein Verwaltungsgebäude (der TU Harburg), aber zum andern auch, dass es viel schöner ist, als das eigentliche Schloss, bzw. was Napoleons Truppen vor zweihundert und wildgewordene Hamburger Stadtplaner in den Siebziger Jahren davon übrig gelassen haben.

      Wir verlassen jetzt die Harburger Schloss-Straße mit ihrem Nicht-Schloss und kommen zum Kanalplatz,
      wo ein Segler herumtuckert - mangels Wind mit Motor.







      Einen Plan von der Schlossinsel zu haben kann nichts schaden ...





      auch dort bauen sie wie die Wilden,

      so sah der Kanalplatz früher aus
      auch der bei Google Maps noch verzeichnete Hafenimbiss hat schon zu.

      Einzelnes Hafenzubehör steht funktionslos herum und wird, wie hier, zum Kulturkran geadelt,



      oder man könnte, wenn kein Infoschild dran wär, ein Ratespiel drauss machen.
      Dieses Gerät heisst Kronenduckdalben
      und diente zur dauerhaften Verankerung von Schiffen.
      :reg:
      :wechsel:
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      - Kurt Tucholsky -
      Wie aus obigem Plan ersichtlich, gibt's nur einen Zugang zur Schlossinsel, und zwar über diese Brücke.





      So, da wär'n wir

      Unter der Brücke stehen ein paar alte Kutter,





      zum Teil schon mit Liegeplatzreservierung.



      Der Frühling ist noch etwas zaghaft,



      auf der anderen Hafenbeckenseite, von wo wir hergekommen sind, war er schon weiter.



      Aber jetzt, endlich - das Harburger Schloss


      bzw. was davon übriggeblieben istl.
      Den Mittelflügel haben schon vor zweihundert Jahren napoleonische Truppen abgefackelt,
      der Ostflügel wurde 1972 trotz großen Bürgerwiderstands abgerissen.

      So sah das gute Stück mal aus, mit das ältesteste Gebäude in der Region:
      upload.wikimedia.org/wikipedia…g-Harburg-1654-Merian.jpg
      (das Schlos im linken Bildteil, Ihr könnt es Euch noch vergrößern durch die +Taste).
      Kellergewölbe und Teile der Aussenmauern sind laut Wikipedia aus dem 14., der verbliebene Westflügel aus dem 17. Jahrhundert.

      :reg:
      :wechsel:
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      - Kurt Tucholsky -
      :ich_protestiere: - ein paar Berichte sind auch von mir hier zu finden und eben auch gemeinsame.

      Wollt ich nur mal erwähnt wissen :biggrin:
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)
      Wo Schnuppi Recht hat, hat sie Recht :knuddel1:


      Gegenüber vom Schloss, direkt am Wasser, werden Wohnblocks gebaut -



      da wo andere ihre Tiefgaragen haben
      können hier die Bewohner ihre Boote unmittelbar unterm Haus parken.





      Auf dem Bauschutt tobt sich der Frühling aus.







      Den Neubaublocks gegenüber liegt ein alter Yachthafen

      in dem Hausboote und ähnliches restauriert werden - das hier heisst "Archimedes".



      Auch an der alten Feuerland muss noch einiges gemacht werden -



      dass die bis an die Südspitze Lateinamerikas unterwegs war, kann man ihr gegenwärtig nicht mehr ansehen.

      :reg:
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      - Kurt Tucholsky -
      Auf dem Rückweg - die Schlossinsel haben wir bereits verlassen - liegt Alt und Glasbeton wieder dicht beieinander,



      und es geht nochmal über die Mauer/Bahnüberführung.



      Irgendwann demnächst werde ich mich nochmal bei Harburgs Archäologen umschauen, ausserdem gibt's ja die Gartenschau
      :reg:
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      - Kurt Tucholsky -