Nach Terminankündigung - die Geschehnisse

      Nach Terminankündigung - die Geschehnisse

      Nach Terminankündigung (siehe Link :un: ) - die Geschehnisse

      weitblickforum.de/forum/thread.php?postid=23857#post23857

      Hachmannplatz, 15 Uhr:

      In die Endlosschleife klassischer Musik, mit der der Hauptbahnhof und der überdachte Teil des angrenzenden Hachmannplatzes seit ca. 10 Jahren ununterbrochen beschallt wird - angeblich mögen das die Leute nicht, die heute dagegen demonstrieren wollen, dass sie hier unerwünscht sind - mischt sich dröhnende Punkmusik, später etwas seniorentauglichere lateinamerikanische (oder spanische) Revolutionsmusik.



      Der Gulaschwagen von Tim Mälzer steht schon bereit, es gibt Chili con Carne, und es ist genug für alle da.



      Ein einsamer Hamburger Polizist (der Hauptbahnhof ist sonst, dachte ich, Domäne der Bundespolizei) steht mit einem Klemmbrett herum und sucht offensichtlich einen Verantwortlichen, damit nachher alles seine Ordnung hat. Als drei Leute von der Partei Die Linke erscheinen, ordentlich mit roten Fahnen, wie sich das für Linke gehört, geht er auf sie zu und scheint richtig glücklich zu sein, kritzelt etwas auf sein Klemmbrett und zieht sich in sein Auto vor dem Bieberhaus zurück, da hat er's auch wärmer. Während der Kundgebung schlendern dann zwei seiner Kollegen bewollmützt herum und lassen uns in Ruhe und wir sie auch.



      Inzwischen haben sich etwa hundert bis hundertfünfzig Leute eingefunden, laut Mopo [URL=http://www.mopo.de/politik/hamburger-innenstadt-demo-gegen-das-sauf-verbot-am-hauptbahnhof,5067150,21505302.html]:klick:[/URL] waren es hundert, die gegen das "Saufverbot" protestierten (das war nur ein Nebenaspekt). Es hätten ruhig ein paar mehr sein können.

      Betteln, rauchen, saufen oder auf dem Boden sitzen – das alles ist am Hauptbahnhof verboten. Die Bahn hat seit Ende Oktober in den überdachten Bereichen sowie dem Mönckebergtunnel das Sagen. Trinker und Obdachlose, die sich nicht an die Regeln halten, werden vom Sicherheitsdienst weggeschickt – gegen den Willen vieler Initiativen.

      Die machten am Sonnabend ihrem Ärger Luft. Rund 100 Menschen kamen bei Bibber-Temperaturen zu einer Kundgebung auf den Hachmannplatz (St. Georg). Ihre Forderungen: Schluss mit Verdrängung. Soziale Angebote für die Bedürftigen
      (aus dem o.g. Link).




      Anfangs versteht man der Sprecher des Einwohnervereins St. Georg noch, aber die erste Lautsprecheranlange macht bald schlapp und mit der Ersatzanlage hört man vielleicht in zehn Metern noch was, weiter weg nichts mehr.



      Die Redner/innen beziehen sich auf die massenhafte Vertreibung von Mietern bezahlbarer Wohnungen aus St. Georg und dem Versuch des Senats und des Bahnvorstands, den Hauptbahnhof zu einer geschönten "Visitenkarte" zu machen - die Leute, die man da nicht haben will, und die sich traditionell auch in anderen Städten am Bahnhof treffen, sollen gefälligst unsichtbar und sonstwo bleiben.
      Und natürlich, dass man sich das nicht gefallen lässt.









      Punkt 16 Uhr erklärt der Versammlungsleiter die Demo für beendet, nicht ohne daran zu erinnern, dass es nicht die letzte war. So treffen sich jeden Donnerstag um 18 Uhr Leute auf dem Hachmannplatz, die, in dem sie demonstrativ vor Ort das tun, was seit Oktober verboten ist, nämlich zu rauchen und alkoholische Getränke zu konsumieren bzw. etwas, was so aussieht.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Schade, das sich nur so wenig Menschen in einer fast 2 Millionen-Stadt einfanden um gegen diese, so wichtige Sache, einzutreten.

      Im o.g. Link schrieb ich folgendes:

      Original von Schnuppi
      Um unliebsame Menschen zu vertreiben hat man ja schon an zig Stellen statt Plastik- oder Holzbänken gräßliche Metall"sitz"plätze hingestellt bei der sich, vielleicht ausgenommen junge Menschen, fast jeder Hämorrhoiden (Blasenentzündungen) im Winter und Verbrennungen im Sommer holt.
      Gut, Metall kann nicht so schnell zerstört werden, dennoch denke ich das dahinter noch ein anderes, nämlich o.g., System steckt, weil die Sitzbänke fein säuberlich in einzelne Plätze unterteilt sind - jedenfalls hier in :hamburgflagge: - so das darauf schon einmal nicht liegen kann.

      Gäbe es die vielen ehrenamtlichen Helfer der sozialen Einrichtungen, die kaum noch Unterstützung der Regierung erhalten, nicht sähe es noch katastrophaler aus als eh schon und das in allen Bereichen wo soziale Not herrscht.

      Manager, Politiker etc. sollten nicht so sehr nach Gehaltserhöhung schreien sondern dankbar sein das sie ein Zuhause und Essen haben - nur warum sollten sie das tun..
      Ist doch selbstverständlich oder?

      Meckern kann jeder, aber verändern..


      Nun habe ich auf meinem :pc: noch ein Foto gefunden das irgendwie in das Thema reinpasst.
      Gut 15 - 20 m vor dem betroffenen Gelände (also auch am Hbf) findet man häufig dieses Bild (was vor relativ kurzer Zeit noch undenkbar war):



      Bevor es diese Sicherheitswache gab, stand draußen ständig ein Manschaftswagen, zumindest aber ein Kleinbus der Polizei um z.B. Junkies zu verteiben (Dealer ggf. fest zu nehmen) und das auch doch als bereits alles mit einem Zaun abgesperrt war und sich niemand mehr dort niederlassen konnte wo er wollte.

      Die Polizei stört sich nicht an dem Verhalten der Menschen dort, aber die Bahn meint sich sogar über sie erheben zu müssen und bekommt anscheinend nun mehr Rechte als die "Staatsgewalt" !
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)
      Auf der Portalseite des Weitblickerforums steht:
      Manchmal sind die Reaktionen, die man auf etwas Bestimmtes bekommt, ja unterschiedlich.


      Und deshalb möchte ich zu der Demo am HBF in HH etwas schreiben.

      Ich sehe durchaus, dass die Lage von manchen sozial am Rande Stehenden in Hamburg ( und nicht nur da) schwierig ist und die Sozialpolitik von Städten , Kommunen, Ländern... unbefriedigend ist.

      Die Proteste in HH, so scheint mir ( wenn ich manche Plakate lese), richten sich dagegen.
      Respekt allen, die sich hier engagieren und auch sich ehrenamtlich sozial engagieren.

      Aber es kann nicht sein, dass Bahnhöfe ( Bundesbahn, U Bahnhöfe, S Bahnhöfe) geduldete Ersatzunterkünfte werden.

      Es ist ein erster Schritt, dass dort Alkohol - und Rauchverbot ausgesprochen wird. ( Wobei es nicht bei diesem Schritt bleiben darf - es müssen für solche Menschen Alternativen geschaffen werden - aber das ist ein es andere Sache)

      Ich bin für Alkohol- und Rauchverbot auf Bahnhöfen - vor allem nachts.

      Ist jemand schon einmal nachts unfreiwillig auf einem Bahnhof hängengeblieben?
      Als Frau, allein?

      Ich bin einmal mit dem Fernzug gegen 23 Uhr 30 in Stuttgart auf dem Hbf angekommen und konnte erst um 4.30 Uhr mit dem Regionalzug weiterfahren.
      Wohin auf dem Bahnhof, wenn in allen Ecken Betrunkene sitzen/liegen, von denen man angepöbelt wird? Wenn man schon nach kurzem selbst wie geräuchert stinkt?

      Bin ich gezwungen, mich in den Schutz von Heilsarmee oder Bahnhofsmission zu begeben?

      Kann ich nicht einfach irgendwo sitzen und warten?
      Es ging nicht! Ich hatte ganz einfach Angst und ich fühlte mich nicht wohl.
      Das kann doch nicht richtig sein!

      Auch bin ich der Meinung, dass Bahnhöfe Aushängeschilder für eine Stadt sind.
      Wenn ich als Gast im Bahnhof einer Stadt ankomme, dann möchte ich mich ( auch als alleinreisende Frau ) sicher bewegen können und erwarte einen einigermaßen gepflegten Empfang.

      Das habe ich nicht, wenn in allen Ecken, auf Bänken usw Wein- und Bierflaschen stehen, angetrunkene Menschen herumsitzen, es nach Alkohol riecht und ich den Bahnhof mit eingeräucherten Klamotten verlasse.

      Wenn gefordert wird:
      "Wir wollen eine Stadt/einen Hauptbahnhof für alle"
      dann bitte auch für mich.

      Bitte fragt mich jetzt nicht, wo diese Menschen in Hamburg oder in anderen Großstädten konkret hingehen sollen.
      Da müssen die Verantwortlichen dringend eine Lösung finden .

      Aber Bahnhöfe sind keine gute Lösung.

      ELMA
      Liebe ELMA,
      nachts allein, auch auf Bahnhöfen oder in Zügen, kann v.a. Frauen Angst machen.
      Und wenn sich einer konkret daneben benimmt, dann sollte auch eingeschritten werden.
      Aber es kann nicht sein, dass überall Personal ausgedünnt wird, so dass sich Reisende allein fühlen müssen und Einschreiten gegen Übergriffige nicht mehr möglich ist.

      Das heisst:
      Mehr Personal (auch in Nahverkehrszügen).
      ausreichend betreute Aufenthaltsräume für Obdachlose in Bahnhofsnähe(bzw. überhaupt in zentraler Lage, was gerade in Hamurg überhaupt nicht der Fall ist,
      Schluss mit Mietwucher und Vertreibung alteingesessener Mieter aus den Innenstädten
      bzw. Schluss mit den Umständen, die Obdachlosigkeit und Suchterkrankungen erzeugen.
      Nicht die Süchtigen müssen bestraft werden, sondern die die für diese Zustände verantwortlich sind z.B. profitgierigige Unternehmer, die Betriebe ins Ausland verlagern und dadurch Arbeits- und Obdachlosigkeit erzeugen.
      Man kann das Elend nicht dadurch beseitigen, dass man es in die Aussenbezirke vertreibt.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Werde mich auch nochmals dazu äußern, muss mich jedoch erst Gedanklich sortieren und bisherigen Aussagen tiefer in mich einwirken lassen.

      Bei meiner Kernaussage bleibe ich allerdings, Menschen (egal welche) dürfen nicht ausgeschlossen werden wenn das Gebäude öffentlich ist.
      Gegen Randalierer muss vorgegangen und Alternativen geschaffen werden.

      Mehr dann später.
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)
      Original von Schnuppi
      .Bei meiner Kernaussage bleibe ich allerdings, Menschen (egal welche) dürfen nicht ausgeschlossen werden wenn das Gebäude öffentlich ist..


      Schnuppi, ich denke, in dieser Frage stimmen wir im Prinzip überein.
      Es gibt sicher Lösungen, die langfristig wünschenswert sind und die man nicht aus den Augen verlieren sollte)
      Grizzly hat sie aufgezählt

      Das heisst: Mehr Personal (auch in Nahverkehrszügen). ausreichend betreute Aufenthaltsräume für Obdachlose in Bahnhofsnähe(bzw. überhaupt in zentraler Lage, was gerade in Hamurg überhaupt nicht der Fall ist, Schluss mit Mietwucher und Vertreibung alteingesessener Mieter aus den Innenstädten bzw. Schluss mit den Umständen, die Obdachlosigkeit und Suchterkrankungen erzeugen. Nicht die Süchtigen müssen bestraft werden, sondern die die für diese Zustände verantwortlich sind z.B. profitgierigige Unternehmer, die Betriebe ins Ausland verlagern und dadurch Arbeits- und Obdachlosigkeit erzeugen. Man kann das Elend nicht dadurch beseitigen, dass man es in die Aussenbezirke vertreibt.



      Aber was ist unter den heutigen Bedingungen praktisch und konkret umsetzbar?

      Konkret auf einen Bahnhof bezogen heißt das für mich, dass
      alle, die solche gemeinschaftlich genutzten Gebäude nützen, sich an Regeln halten müssen.
      Alkohol- und Rauchverbot ( z.B in Bahnhöfen, U Bahnstationen) usw .halte ich für eine für eine zumutbare Regel, die ( auch bei uns in Deutschland) durchsetzbar sein muss.
      Diese Regel löst keine Probleme, sie erleichtert aber das Miteinander verschiedener Gruppen.

      Original von SchnuppiGegen Randalierer muss vorgegangen und Alternativen geschaffen werden.
      .

      Gegen Randalierer vorgehen - ja, da müssen wir nicht darüber diskutieren!

      Aber auch gegen solche, die andere Menschen, die zwangsläufig die Gebäude nutzen müssen ( z.B. Bahnhof) belästigen.
      Das sind nun mal häufig angetrunkene Menschen.
      Ich möchte auch , dass das im Vorfeld schon unterbunden wird und nicht erst , wenn ich angepöbelt wurde.

      Das Rauchverbot ist in der Zwischenzeit in öffentlichen Gebäuden ( auch in Zügen, Flugzeugen, Restaurants) auch in D zum Glück weitgehend durchgesetzt.
      Warum nicht auch das Alkoholverbot?

      Nach meiner Beobachtung sind es oft nicht obdachlose Jugendliche, die sich volllaufen lassen- sondern gelangweilte Jugendliche ( die durchaus ein Zuhause hätten)
      Der obdachlose Mensch, der mit seinem Hund an einem warmen Plätzchen sitzt, jagt mir keine Angst ein.

      Original von Grizzly]ausreichend betreute Aufenthaltsräume für Obdachlose in Bahnhofsnähe(bzw. überhaupt in zentraler Lage

      Das wär's!!

      Gruß,
      ELMA
      Liebe ELMA,

      dass man nicht überall rauchen muss, seh ich nicht nur als Nichtraucher, der ich seit 1977 bin, ein, sondern auch als Ehemann einer Raucherin. Aber dass ich als mitbetroffener Ehemann mit meiner gehbehinderten Frau im Winter (im Sommer kann man ja draussen sitzen) fast nirgends mehr essen gehen kann, es sei denn, wir nehmen in Kauf, dass sie unter Schmerzen zwischendurch vor die Tür hinken muss, um eine rauchen zu können, ist eine Beeinträchtigung auch meiner Lebensqualität. Ich find's einfach übertrieben.

      Vor 5 Jahren wurde ich im Bahnhof von Uppsala abgemahnt, weil ich am Internetplatz saß, friedlich vor mich hintippte und etwas zu trinken neben mir hatte, eben eine Drittelliterdose schwedischen Leichtbiers. OK, vor Ort war das Problem schnell zu lösen, weil es mrt als geborenem Oberbayern nicht schwerfiel, den Doseninhalt in wenigen Sekunden verschwinden zu lassen.

      Ich find einfach, die übertreiben, und mit der Ausdehnung des Trinkverbots auf völlig friedliche Bürger werden, sobald dieses Verbot durch Uniformierte durchgesetzt wird, unnötig Aggessionen mobilisiert.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -