07. Juni

      1917: Die Schlacht von Messines wird durch die Sprengung von 19 Minen eingeleitet, was auf einen Schlag etwa 10.000 deutsche Soldaten tötet und das bis dahin lauteste von Menschen erzeugte Geräusch darstellt.
      :link:

      1958: Hubschrauber-Zwischenfall von 1958: Ein mit neun Soldaten der US-Armee besetzter Hubschrauber fliegt in den Luftraum der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ein und muss bei Frankenberg notlanden. Die von den DDR-Behörden internierten Soldaten werden rund sechs Wochen später am 19. Juli 1958 wieder freigelassen. :klick:

      1973: Mit einer Änderung des Strafrechts entfällt in der Bundesrepublik Deutschland die Strafverfolgung von Homosexualität.
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)

      RE: 07.06.

      Original von Schnuppi
      1917: Die Schlacht von Messines wird durch die Sprengung von 19 Minen eingeleitet, was auf einen Schlag etwa 10.000 deutsche Soldaten tötet und das bis dahin lauteste von Menschen erzeugte Geräusch darstellt.
      :link:


      :nachdenken: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch (nach Brecht):

      Bei der Schlacht wurden aus verschiedenen Gründen (beschädigte Zünder, veränderte Frontverläufe etc.) nicht alle Minen gezündet. Am 17. Juni 1955 löste die statische Elektrizität eines Gewitters die Explosion einer Mine unter einem Feld aus. Dadurch entstand ein Krater von 60 m Durchmesser und 20 m Tiefe. Außer einer getöteten Kuh und Schäden an den Häusern gab es keine weiteren Zerstörungen. Es werden noch mindestens vier weitere Minen vermutet, eine davon direkt unter einem Bauernhof. Da die Gänge aber mittlerweile eingestürzt oder mit Wasser gefüllt sind, kann man heute nicht mehr zu dem Sprengstoff gelangen, um ihn zu entschärfen.

      (Link wie oben)
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      1587:
      Papst Sixtus V. verbietet Kastrationen.
      Grizzly sein :senf2:
      Das war aber nett von ihm
      :daumenhochklein:


      1905:
      Das norwegische Storting erklärt die seit 1814 geltende Personalunion mit Schweden für nichtig.
      D.h. Norwegen ist seither unabhängig

      Und nochmal :norwegen:
      1945:
      König Haakon VII. kehrt mit seiner Familie aus dem fünf Jahre währenden britischen Exil, wo er an der Spitze der norwegischen Exilregierung stand, nach Oslo zurück.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      1958: In Dießen wird das erste SOS-Kinderdorf Deutschlands errichtet. :clickme:
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)
      1970
      Die Wähler und Wählerinnen in Baden stimmen bei einem Volksentscheid für den Verbleib beim 1952 gebildeten Bundesland Baden-Württemberg
      Grizzly sein :senf2:

      Die Plänkeleien im Nachgang habe ich 1973 zu Beginn meiner Heidelberger Zeit noch mitbekommen.
      Im Wesentlichen waren das Autoaufkleber wie
      "Schwabe schaffe - Badener denke" oder
      "Es gibt Badische und Unsymbadische"
      :grins:
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -

      RE: 07. Juni

      1951
      Im Kriegsverbrechergefängnis in Landsberg am Lech werden die letzten Todesurteile auf deutschem Boden an NS-Verbrechern vollstreckt.
      :link:
      Von deutscher Seite gab es zahlreiche Gnadengesuche für die zum Tode Verurteilten. So baten im November 1950 alle Parteien aus Stadt und Kreis Landsberg in einer Resolution um Gnade, ebenso eine Delegation des Deutschen Bundestages im Januar 1951.

      Dazu heißt es auf der Homepage der Stadt Landsberg:

      „Am 7. Januar 1951 sprachen die Bundestagsabgeordneten Dr. Richard Jäger (CSU) und Dr. Seelos (BP) sowie Landtagsabgeordnete beider Parteien auf einer Kundgebung auf dem Landsberger Hauptplatz. Bei dieser Demonstration fanden sich mehrere tausend Menschen ein. Die Kundgebung endete im Eklat, als jüdische DPs aus dem Lager Lechfeld eine Gegendemonstration zum Gedenken der Opfer abhielten. Bei aller Anteilnahme der Bevölkerung für die Täter gab es keine Bemühungen um die Opfer des Nationalsozialismus."

      Bei dem „Eklat“ brüllte die aufgeputschte Menge nach Recherchen des Historikers Jens-Christian Wagner: „Juden raus!“

      Grizzly sein :senf2:
      Da hatten die Herrschaften aber noch nix dazugelernt :traurigdenkend:

      Die Einseitigkeit der "Todesstrafengegner" wird auch dadurch offensichtlich, dass der erwähnte Richard Jäger (CSU), später Bundesjustizminister, ansonsten ein erklärte Todesstrafenbefürworter war, mit dem Spitznamen "Kopf-ab-Jäger".
      :link:

      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      Wollte Hoeness deshalb da auf keinen Fall rein :ironiekenn_nicht:
      :o_linie3:


      Jede Reise hat zwei Höhepunkte:
      den einen, wenn man hinausfährt,
      erlebnishungrig und voller Erwartung -
      und den anderen, wenn man heimkehrt, gesättigt von den Eindrücken
      und in Vorfreude auf das eigene Zuhause.

      (Heinrich Spoerl, Auszug aus "Die Hochzeitsreise)
      Quelle: DW-Kalenderblatt
      7.6.1973: Reform des Sexualstrafrechts
      Gegen das Votum der CDU/CSU-Opposition verabschiedete der Deutsche Bundestag eine liberalisierte Neufassung
      des Sexualstrafrechts. Die konkreten Neuerungen betrafen hauptsächlich Kuppelei und Homosexualität, die nur
      noch in bestimmten Fällen strafbar sind. Auch wurde festgelegt, dass die Verbreitung von Pornografie an Erwachsene
      erlaubt sei, die Verherrlichung von Gewalt jedoch strafbar. Der "Kuppelei-Paragraph" wurde abgeschafft und
      der "Homosexuellen-Paragraph" 175 abgeschwächt: Die Schutzaltersgrenze wurde auf 18 Jahre gesenkt.
      Der seit 1871 im RStGB bzw. StGB verankerte Paragraph 175 wurde erst 1994 vollständig abgeschafft.

      Im nachhinein ist es schon erstaunlich, wie konservativ die "christlichen" Parteien damals eingestellt
      waren. Wenn sie damals nicht in der Opposition gewesen wären hätte diese Gesetzesänderung
      keine Chance gehabt. Gerade in Bezug auf die "Straffreiheit" der Homosexualität und die Abschaffung
      des "Ehebruchsparagraphen" im Scheidungsrecht hatte die CDU/CSU damals immensen Widerstand
      aufgebaut. Daran wollen sie offiziell heute nicht mehr erinnert werden. Aber ich tue es trotzdem! :floet1:
      Quelle: onmeda.de
      BGB § 1353 Eheliche Lebensgemeinschaft:
      (1) Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen. Die Ehegatten sind einander zur ehelichen
      Lebensgemeinschaft verpflichtet; sie tragen füreinander Verantwortung.

      Bis zur Sexualstrafreform 1969 konnte Ehebruch in Deutschland bestraft werden. Seitdem wird
      Ehebruch nicht mehr strafrechtlich sanktioniert. Bis 1977 konnte eheliches Fremdgehen
      ein Grund für eine schuldhafte Scheidung sein.
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „COOLmann“ ()

      Original von COOLmann
      Gerade in Bezug auf die "Straffreiheit" der Homosexualität und die Abschaffung
      des "Ehebruchsparagraphen" im Scheidungsrecht hatte die CDU/CSU damals immensen Widerstand aufgebaut. Daran wollen sie offiziell heute nicht mehr erinnert werden. Aber ich tue es trotzdem! :floet1:

      Jawohl :smfreude: Immer drauf :watschen:
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -
      1494: Spanien und Portugal teilen die Welt unter sich auf

      Am 7. Juni 1494 schlichtete der Papst den Konflikt zwischen den beiden Kolonialmächten im Vertrag von Tordesillas. Mit einer willkürlichen Trennungslinie, die den südamerikanischen Kontinent von Nord nach Süd durchschnitt, legte er die spanischen und portugiesischen Herrschaftsansprüche fest. Eine Folge des päpstlichen Schlichterspruchs von 1494 ist die sprachliche Erscheinung, wie wir sie heute noch sehen.

      Aber der Reihe nach: Kolumbus hatte im Auftrag des spanischen Königspaares, Ferdinand von Aragón und Isabella von Kastilien, soeben Amerika entdeckt. Rasch waren die Küstengebiete weiter Teile Mittel- und Südamerikas erschlossen worden.

      Wie selbstverständlich erhoben die Spanier Anspruch auf die Beherrschung dieses Teils der Welt, das schließlich ein in ihrem Auftrage und unter spanischer Flagge segelnder Genuese entdeckt hatte. Auch der Entdecker selbst, Kolumbus, sah es so: In seinem Bordbuch schreibt er über seine Ankunft auf den Südamerika vorgelagerten Inseln, er habe nachdem er die königliche Flagge errichtet habe die beiden Kapitäne der anderen Schiffe und die gesamte Besatzung herbeigerufen.

      Kolumbus: "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen durch ihre persönliche Gegenwart als Augenzeugen davon Kenntnis nehmen, dass ich im Namen des Königs und der Königin, meiner Herren, von der Insel Besitz ergreife."

      So einfach schien das: Neu entdeckte Inseln und Länder galten unabhängig davon, ob sie bewohnt waren oder nicht, als herrenlos und gehörten dem, der sie als erster gefunden und besetzt hatte.

      Schließlich war auch Portugal jahrelang so verfahren und hatte sich auf diese Weise einen ansehnlichen Herrschaftsbereich in Westafrika gesichert. Die Portugiesen, die bereits seit der ersten Hälfte des 15. Jahrhundert Segler unter ihrer Flagge auf Entdeckungstouren schickten, brauchten jedoch lange keine Konkurrenz zu fürchten - bis Spanien, das bislang mit der Sicherung des eigenen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel beschäftigt war, auf den Plan trat.

      Die Konkurrenz war für die Portugiesen ungewohnt, zumal für sie feststand, dass es an ihnen sei, die "Länder der Ungläubigen" zu erobern, die Bewohner zu versklaven und sich ihres Besitzes zu bemächtigen. Das hatten sie sich sogar 1455 vom damaligen Papst Nikolaus V. bestätigen lassen. Natürlich ging es weniger um die christliche Mission, sondern vielmehr um den wirtschaftlichen Profit, um die erwarteten Reichtümer und Schätze fremder Länder. Aber das machte die Sache nicht eben leichter.

      Als die Portugiesen den Spaniern dann auch noch mit ihren von Papst Nikolaus autorisierten Ansprüchen kamen, versuchten die Spanier flugs sich der Zustimmung des neuen Papstes Alexander VI. zu versichern.

      Der Papst brauchte einige Versuche, ehe sich beide Seiten zur Einigung bereit erklärten und sie seine Trennungslinie akzeptierten. Abgesehen von der östlichen Küstenregion waren allerdings weite Teile des südamerikanischen Kontinents noch unbekannt, so dass die päpstliche Trennungslinie keineswegs in der Mitte des Landes verlief. Wenn das die Portugiesen gewusst hätten! Sicher hätten sie an der Allmacht des Papstes gezweifelt, und gewiss hätten sie die päpstliche Weltherrschaft, die Oberhoheit des Papstes auch über alle Heidenvölker angezweifelt.

      So erklärten sich sowohl die Spanier als auch die Portugiesen erst einmal mit der Aufteilung der bekannten Welt einverstanden. Dass mit immer neuen Entdeckungen und immer neuen Entdeckern bald wieder Streit entstand, war am 7. Juni 1494 noch nicht abzusehen.

      Ganzer Text: kalenderblatt.de/index.php?wha…r=2016&lang=de&dayisset=1
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -