Heute vor 97 Jahren, am 15.4.1912, ist die Titanic untergegangen :link:



nicht meht deshalb hier in Anbetracht des 100. Jahrestags ein anderer:Der britische Militärarzt Hugh Llewelyn Glyn Hughes, später Leiter der Rettungs- und Rehabilitierungsmaßnahmen, schrieb:
„Kein Bericht und keine Fotografie kann den grauenhaften Anblick des Lagergeländes hinreichend wiedergeben… An zahlreichen Stellen waren die Leichen zu Stapeln von unterschiedlicher Höhe aufgeschichtet… Überall im Lager lagen verwesende menschliche Körper… [Die Baracken] waren überfüllt mit Gefangenen in allen Stadien der Auszehrung und der Krankheit.“
Unmittelbar nach der Übergabe kam es zu Zwischenfällen, bei denen verhungernde Häftlinge die Vorratslager zu plündern versuchten und von ungarischen Wehrmachtsangehörigen beschossen wurden. Andererseits wurden verhasste Funktionshäftlinge verprügelt und erschlagen. Eine größere Sanitätseinheit kam am 17. April im Lager an. Ebenfalls am 17. April 1945 wurde das SS-Lagerpersonal verhaftet und bei dem Konzentrationslager in Zelten untergebracht. Die SS-Männer und weiblichen Angehörigen des SS-Gefolges mussten schließlich mithelfen, die zu Tausenden auf dem Lagergelände herumliegenden Leichen in Massengräbern zu bestatten.


In einem bis dahin einmaligen Vorgang kam es in der Nacht vom 12. auf den 13. April 1945 zu einem lokalen Waffenstillstandsabkommen, das zwischen der Wehrmacht und den vorstoßenden britischen Truppen ausgehandelt wurde. Die Fleckfieberepidemie im Lager ließ eine Evakuierung nicht zu, und Himmler hatte einer kampflosen Übergabe des Lagers zugestimmt. Den Wehrmachtsangehörigen, die das Lager und die Kasernen des Truppenübungsplatzes bis zur Übergabe sichern sollten, wurde freier Abzug versprochen; für das SS-Wachpersonal war diese Zusicherung nicht eindeutig formuliert.
Am 15. April erfolgte die Übergabe des neutralisierten Gebietes, auf dem sich noch rund 60.000 ausgezehrte Häftlinge befanden. Die Befreier fanden zahlreiche unbestattete Leichen und zum Skelett abgemagerte, todkranke Menschen vor. Bergen-Belsen wurde daher zum „Symbol für die schlimmsten Gräuel und die unmenschliche Barbarei des nationalsozialistischen Konzentrationslagersystems“, insbesondere in Großbritannien, dessen Truppen es befreiten und die Rettungsmaßnahmen für die Überlebenden einleiteten. ( ... )
Die Überlebenden des Konzentrationslagers Bergen-Belsen wurden in nahe gelegenen ehemaligen Wehrmachtskasernen untergebracht, die als Notlazarette eingerichtet worden waren. Hier wurden sie medizinisch versorgt. Daraus entstand später ein reguläres Krankenhaus für die ehemaligen Häftlinge/Displaced Persons (DP). Trotz aller Bemühungen verstarben noch rund 14.000 der geschwächten und kranken ehemaligen Häftlinge. ( ... )
Zu den bekanntesten Häftlingen gehören neben Anne Frank und ihrer Schwester Margot auch der vormalige braunschweigische Ministerpräsident Heinrich Jasper (SPD), die Schriftsteller Jean Améry, Anita Lasker-Wallfisch und Josef Capek, Leopold Szondi, der Reichstagsabgeordnete Julius Adler (KPD) sowie Israel Shahak, der Jurist Paul Dienstag sowie der Widerstandskämpfer Ernst Grube. Der Vater des Regisseurs Roberto Benigni war ebenfalls einige Zeit in dem Lager gefangen; der Film Das Leben ist schön basiert unter anderem auf diesen Erlebnissen. Nur fünf Tage vor der Befreiung starb Hélène Berr, die durch ihre Aufzeichnungen aus der Zeit der deutschen Besatzung in Paris bekannt wurde, die an die Tagebücher der Anne Frank erinnern.
Hetty Werkendam, die mit ihren beiden Brüdern Jacky und Max im Kinderhaus von Bergen Belsen durch die Hilfe von Schwester Luba (Luba Frederick) überlebte, schrieb über ihre Erlebnisse später das Buch „Wir Kinder von Bergen-Belsen“. Schwester Luba rettete über 40 Kindern im Kinderhaus von Bergen-Belsen das Leben, sie ging in die Geschichte als der „Engel von Bergen-Belsen“ ein und erhielt am 15. April 1995 die Silbermedaille für humanitäre Dienste an der Menschheit von Königin Beatrix der Niederlande.




Gefeiert wird die Erfindung des Radiergummis, mit der man immer schnell und zuverlässig
seine Fehler auslöschen bzw. ungeschehen machen kann. Ein Radiergummi ist ein besonders
zubereiteter Gummi, mit dem mit einem Bleistift oder mit Tinte erstellte Striche von einem Trägermedium
entfernt werden. Es wird zwischen Kautschuk- und Kunststoffradierern unterschieden. Im Jahr 1770
entdeckte der Brite Edward Nairne, dass sich Kautschuk zum Entfernen von Bleistiftstrichen eignet.
Der britische Naturforscher Joseph Priestley machte diese Entdeckung nach einer Beobachtung im
selben Jahr publik und galt deshalb lange Zeit als der Erfinder des Radiergummis. Bereits Mitte des 16.
Jahrhunderts soll mit Brot die gleiche Funktion erfüllt worden sein.
Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „COOLmann“ ()