Müll? ....na und!

      Müll? ....na und!

      Seit dem September des vergangenen Jahres bin
      ich bei einer Firma der Recyclingwirtschaft als
      "Leiharbeiter" im Einsatz. (Neben meiner handwerklichen
      Selbstständigkeit im Nebenerwerb) Ich sage immer dazu:
      "Arbeitsplatzhopping". Klingt doch irgendwie hip. :icon_thumbsup:
      In diesem Fall bin ich endlich mal in der Lage eine fundierte
      Meinung zu dem Tema Müll abzugeben.
      Als Basis würde ich empfehlen den unten verlinkten Beitrag
      anzuschauen. Ich sage einmal wertfrei: "Dieser Beitrag basiert
      auf real ermittelten Daten."
      spiegel.de/video/animation-die…muell-video-99024295.html
      Aber schon bei der Schau des Videos standen bei mir Fragezeichen
      über dem Kopf. Warum hinterfragt niemand den ermittelten "Ist-Zustand"?
      Und vorallem:"Warum erwähnt keiner die Notwendigkeiten bestimmter
      Regelungen zum Materialeinsatz"
      Dazu morgen mehr. Schon eine Frage als Vorschau:"Warum sind
      die überall beliebten Tetrapaks ein riesen Übel?"
      ..."Warum gibt es in der EU kein überregional einheitliches Recycling-
      system." Und dann schon die nächste Frage"Warum wird die
      wissenschaftliche Forschung und wirtschaftliche Entwicklung
      einer Industrie der Wiederverwertung vom Staat so stiefmütterlich
      behandelt? Milliarden für die kostenlose Waffenlieferung an Israel macht
      unsere Regierung frei. Aber die Entwicklung des Verfahrens "Umwandlung von
      Plaste in Kraftstoff" überläßt man Privatinitiativen zB. aus der Schweiz.
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.

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      Ausgehend von dem weiter oben verlinkten Video
      frage ich mich, warum die einzige Richtung nur
      die unterschwellige Schuldzuweisung an den
      Verbraucher bleibt. Hat doch das System der Produktion,
      des Vertriebs und des Verbrauches von Lebensmitteln/
      Konsumgütern eine Unmenge von Teilnehmern und
      Beziehungen. Warum wird dann immer der Endverbraucher
      als "Übeltäter" ausgemacht? Der eine sagt: "Der Verbraucher
      bestimmt im System der Marktwirtschaft über die Form des
      Angebotes." Aber ich sage:"Die Zusammenhänge sind viel
      komplizierter und fangen damit an, das der Kunde manipuliert
      wird."
      Auch das hat etwas mit dem "Müllproblem" zu tun.
      Beziehungen zwischen Menschen (privat/partnerschaftlich,
      geschäftlich/Arbeitsverhältnis, gesellschaftlich/politisch) sind mittler-
      weile Bestandteil der Psychologie. Im weiteren Sinne gehört
      auch das Verhältnis von Produzent/Kunde und Kunde/Müllentsorger dazu.
      Der Kunde (so wie Du und Ich) befindet sich gewissermaßen im
      Klammergriff zwischen dem Produzenten der Umverpackungen und
      dem Entsorger. Und trotzdem wird mehr oder weniger der Kunde als
      Verantwortlicher für den Anfall des Mülls benannt. Könnte das eine
      "toxische" Beziehung im Kontext der Marktwirtschaft sein?
      Wer sich als Einstimmung etwas beraten lassen will...bitte hier entlang:
      deutsch.rt.com/gesellschaft/82…xpertin-es-gibt-menschen/

      PS: Als Ergebnis des Gespräches mit der erfahrenen Psychologin
      bleibt hängen: "Laß Dir keinen Scheiß erzählen! Höre lieber auf die
      Stimme in dir." Wo wir wieder bei unseren Qualitätsmedien wären. :zwinker2:
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.

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      Die Warenbeziehungen zwischen Firmen untereinander
      und dann letztendlich dem Kunden sind vorallem durch
      eines gekennzeichnet: Transport/Lagerung (mitunter weltweit)
      Und um die Waren unbeschadet und logistisch händelbar
      zu befördern braucht es Umverpackungen. Darüber hinaus
      spielt natürlich auch noch die Verkaufsförderung, die Werbung,
      spezielle Verbrauchervorlieben und gesetzliche Regelungen
      eine Rolle. Alles in allem läßt schon diese Aufzählung erahnen:
      ohne Verpackungen geht es nicht.
      Umverpackungen sind aber nur ein Teil des Aufkommens. Darüber
      hinaus gibt es mindestens genau so viel Haushaltsmüll, Grobmüll,
      Elektromüll, Schrott, Giftmüll.....
      Zumindest bei uns in Deutschland ist eine regelrechte "Müll-Einsammel-
      Industrie" entstanden. Dabei stehen eine Vielzahl von Sortieranlagen
      und Wertstoffhöfen zur Verfügung. Damit ist echt Geld zu verdienen.
      Anders kann ich mir die Übernahme des "Marktes" durch internationale
      Großkonzerne nicht erklären. Was bleibt sind die Schwierigkeiten bei
      der sortenreinen Trennung (zB. Verbundmaterialien bei Lebensmittel-
      verpackungen), laminierte "Glanzausgaben" von Magazinen und
      Werbekatalogen, Glasbehältnisse in unterschiedlichsten Farben....
      Und dann natürlich der nächste Schritt: Wiederverwertung
      Da besteht im Moment noch der größte Nachholbedarf.
      Papier/Pappe wird zu großen Ballen gepreßt und mit Sattelzügen
      quer durch die Republik zu entsprechenden Papierfabriken gefahren.
      Nicht Verwertbares halt auch in Kraftwerken oder Hochöfen mit als
      Heizmaterial eingeblasen.
      Glas ist Geld wert sagt der Lademeister immer. Denn die Firmen für
      die Herstellung von Flaschen/Gläsern sparen beim Einsatz von Altglas
      (vorausgesetzt sortenrein) einen Arbeitsschritt bei der Glasherstellung.
      Der nächste große Posten sind die Getränke-Plasteflaschen die am
      Rückgabeautomaten schon geschreddert werden. Auch diese
      Überreste werden als Ballen gepreßt und dann abtransportiert.
      Seit China nix mehr abnimmt (die haben diese Smash-Klamotten
      daraus gemacht) klemmt es mächtig. Die Außendienstler fahren
      draußen rum und versuchen, neue Abnehmer für diese Materialien
      zu finden. Mit Hitze und Druck verdichtet wird ein echt hartes Material
      daraus. Oder das ganze granuliert und wieder in eine Plastspritzmaschine
      gefüllt ergibt Transportpaletten/Begrenzungspoller etc.
      Echter Bedarf besteht noch in der Wiederverwertung von Elektronikmüll.
      Das Zeug in Containern nach Afrika zu verschiffen kann ja wirklich keine
      Lösung sein.
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.

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      Um die Sache mal zusammenzufassen:
      Wer mit seinem Wirtschafts- und Konsumtionssystem den
      American Dream of Life" kopiert muß zwangsläufig einen
      geschlossenen Stoffkreislauf hinbekommen. Bei uns in
      Deutschland geht das schon einigermaßen. Die Einschränkungen
      liegen vorallem noch in der vollständigen Wiederverwertung.
      Wobei "Wiederverwertung" in den seltesten Fällen die Erzeugung eines
      gleichen Werkstoffes bedeutet (zB. Glas). Große Hoffnung setzen die
      Techniker auf ein neues Verfahren zur Umwandlung von PET-Flaschen
      in Kraftstoff. Wenn das eines Tages funktioniert sind auch die Berge
      von PET Altverpackungen Geschichte.
      Die Diskussion um den Plastemüll in den Ozeanen ist meiner Meinung
      nach völlig falsch gesteuert. Mal abgesehen von Leuten die unerlaubt
      ihre Jacke oder den Becher vom Kreuzfahrtschiff schmeißen hat das
      Dilemma andere Verursacher. Die Anreinerstaaten (besonders die
      Inselstaaten) sind mit der Lawine der westlichen Importgüter völlig
      überfordert. Denn dort ist ein Sytem der Wiederverwertung noch nicht
      installiert. Und wenn die Deponien an Land voll sind oder der Weg dorthin
      zu weit ist das Meer der nächste Ablageort.
      Wenn am Abend noch das Feuer brennt hat der Schmied den Feierabend verpennt.
      Einiges liesse sich durch Vermeidung von Plastik reduzieren. Ich kaufe Obst und Gemüse, zumindestens das unzubereitete, auf dem Bauernmarkt, dort kommt es in eine Papertüte, die später verbrannt wird, und dann in eine wieder verwendete Stofftasche. Mit Flaschen isses ein Problem. Am ehesten eignen sich Hartplastikflaschen, die wieder verwendet werden - Weichplastik wird ja beim Entsorgen geschreddert, man hört's aus dem Annahmeautomaten knistern. Glasflaschen sind ja, wenn man als Fußgänger unterwegs ist, unbequem schwer. Andererseits - Bier aus Plastikflaschen schmeckt nicht, finde ich. dann nehm ich halt keines mit und trinke es lieber in der Kneipe, frisch vom Fass.
      :reg:
      :wechsel:
      Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
      - Kurt Tucholsky -